Produzieren, wo man verkauft – diese Forderung klingt alt, trifft aber noch immer einen Nerv. Warum sollten Menschen in Deutschland weiter Autos kaufen, wenn alles, was Herz und Hirn des Produkts ausmacht, woanders passiert? Christiane Benner, IG-Metall-Vorsitzende, spart in der Bild-Zeitung nicht mit klaren Worten: Zu viele Jobs gehen verloren – vor allem im sensiblen Bereich Forschung und Entwicklung. Während wir hier Federn lassen, wächst in China eine neue Industrie heran, die uns bald abhängen könnte. Und wer Innovation nur als Kostenstelle versteht, schießt sich auf lange Sicht ins eigene Bein.
Benner sieht deshalb auch die Politik in der Pflicht. Unterstützung bei der Anschaffung von E-Autos – sozial gestaffelt – geht schon in die richtige Richtung, sagt sie. Aber: Bei Ladestationen, günstigerem Strom für Autos, Batterieproduktion – da fehlt noch einiges! Die Energiepreise sind zu hoch, die Planung zu wacklig, meint sie sinngemäß. Am Ende kann es funktionieren, mit gutem Willen und mutigen Beschlüssen. Was fehlt? Ein Plan, der seinem Namen auch gerecht wird. Dass das alles noch recht vage klingt, ist vielleicht auch ein Zeichen unserer Zeit.
IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner fordert die Industrie auf, mehr Wertschöpfung und Innovation in Deutschland und Europa zu behalten, statt Standorte und Zukunftsjobs ins Ausland zu verlagern. Neben der Stärkung von Produktion und Forschung betont sie die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen, etwa gezielte Förderung von E-Autos, verbesserte Ladeinfrastruktur und Maßnahmen gegen hohe Energiepreise. Tatsächlich ist laut aktuellen Quellen die Lage in der Industrie angespannt: Die Auswirkungen internationaler Konkurrenz, schwankender Nachfrage und fehlender Investitionen gefährden laut Analysten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands – gerade im Technologiebereich. Verschiedene Medien (u. a. FAZ, Zeit, taz) berichten, dass Unternehmen in den vergangenen Jahren massiv Arbeitsplätze, insbesondere bei Fachkräften und Ingenieur:innen, abgebaut haben. Die Bundesregierung diskutiert derzeit weitere steuerliche Entlastungen und Innovationsoffensiven, um die Rahmenbedingungen für die Industrie zu verbessern und den drohenden Exodus von Zukunftsjobs zu verhindern.