Rüstungsbranche in Deutschland boomt: Zahl der Firmen steigt sprunghaft

Getrieben durch den Ukraine-Krieg und massive Verteidigungsinvestitionen hat sich die deutsche Rüstungsindustrie mehr als verdoppelt – auch im Osten des Landes gewinnen Hersteller an Bedeutung.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Irgendwie klingt es widersprüchlich: Noch vor kurzer Zeit fristete die Rüstungsbranche in Deutschland, vor allem im Osten, ein Schattendasein. Kaum waren die neuen Zeiten angebrochen, explodieren die Mitgliederzahlen beim Bundesverband Deutscher Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) förmlich. Laut dem Verband haben sich von Anfang 2024 bis 2025 fast 200 neue Firmen angeschlossen, dann ging es gleich weiter – um weitere 100 – auf insgesamt 550. Gerade in den östlichen Bundesländern tut sich einiges: Hensoldt, Airbus Defence and Space, MBDA, Diehl Defence oder auch KNDS investieren kräftig. Trotzdem, meint BDSV-Chef Atzpodien, bleiben die Beschäftigtenzahlen in Ostdeutschland im Vergleich zum Westen eher überschaubar. Vielleicht liegt das an alten Strukturen – Geschichte hinterlässt ja gern dicke Fußabdrücke. Auffällig ist auch: Thüringen und Sachsen pochen lautstark auf einen größeren Anteil am Verteilungskuchen der milliardenschweren Staatsaufträge. Es geht dabei nicht nur um Panzer oder Drohnen, sondern um Zukunftsbranchen wie Robotik oder High-Tech-Materialien – alles, was irgendwie relevant für Verteidigung und Sicherheit werden könnte. Ob das nun ein Grund zum Feiern oder eher ein Signal zur Sorge ist, bleibt Ansichtssache.

Die deutsche Verteidigungsindustrie erfährt derzeit einen beispiellosen Aufschwung, was direkt auf den russischen Angriff auf die Ukraine und die darauf folgenden Erhöhungen des Verteidigungsetats zurückzuführen ist. Die Anzahl der Unternehmen in dieser Branche ist laut BDSV auf 550 angewachsen – eine Verdopplung binnen weniger Jahre. Besonders auffällig ist das Aufholen Ostdeutschlands, wo zunehmende Investitionen das Potenzial für neue Arbeitsplätze sowie innovative Militärtechnologien bergen – gleichzeitig bleibt aber eine gewisse Zurückhaltung in der Beschäftigung gegenüber dem Westen bestehen. In aktuellen Berichten werden Sorgen um Transparenz und demokratische Kontrolle laut und es wird diskutiert, wie nachhaltig dieser Boom eigentlich ist. Laut Recherchen aus verschiedenen Quellen sind die Diskussionen um die Rüstungsproduktion eng mit politischen Forderungen nach mehr Mitbestimmung und einer stärkeren Berücksichtigung der Regionen verbunden. Neben den klassischen Akteuren drängen auch Start-ups in den Markt, häufig mit Fokus auf KI-basierte Technologien oder neue Materialien.

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