Anja Karliczek, die den Tourismusausschuss im Bundestag leitet, malt kein besonders optimistisches Bild: Für sie ist klar, dass die in Aussicht gestellte Steuersenkung auf Flugreisen das Preisdilemma der Airlines in Deutschland kaum lösen wird. Sie äußerte gegenüber der „Rheinischen Post“ ihre Sorge, dass die Ticketpreise weiter nach oben klettern werden, weil gestiegene Energiekosten das Maß aller Dinge seien. Klar, die Steuersenkung mag vielleicht minimal helfen, um im internationalen Wettbewerb nicht noch weiter zurückzufallen. Aber unterm Strich bleibt der Flieger ein teurer Spaß. Dabei gehe es laut Karliczek auch um die Position der deutschen Drehkreuze und deren Anziehungskraft für Gäste aus aller Welt – ein wenig Lokalpatriotismus schwingt da mit. Und doch: Die Hauptschuld an den wachsenden Ticketpreisen gebe nicht Deutschland mit seinen Gebühren, sondern die globalen Spritpreise, die einfach allen Airlines zu schaffen machen. So klingt leise Resignation an, wie so oft – Lösungen? Schwer zu sehen.
Karliczek macht sich wenig Illusionen – ihrer Einschätzung nach wird der jüngste Beschluss zur Luftverkehrssteuer wenig daran ändern, dass Flugreisen für Verbraucher teurer werden. Entscheidend dafür sind vor allem die gestiegenen Kerosinpreise, die, wie sie betont, eine weltweite Herausforderung und keine deutsche Spezialität darstellen. Nicht zu vergessen: Die Diskussion um den Klimawandel und politische Initiativen für weniger Flüge, die den Preisdruck möglicherweise noch verstärken. Aktuelle Berichte zeigen zudem, dass viele Airlines ohnehin bereits Preisanpassungen vornehmen, während Branchenvertreter vor Arbeitsplatzverlusten warnen. In Europa wird über einheitliche Regelungen und nachhaltigere Alternativen diskutiert, aber kurzfristig bleibt die Frage im Raum, ob der Luftverkehr mit seiner gegenwärtigen Preisentwicklung ein Massenphänomen bleiben kann.