Der Frankfurter Flughafen, im Herzen einer turbulenten Welt, peilt 2024 fest 65 bis 66 Millionen Fluggäste an – so, als hätte das Chaos im Nahen Osten keinen Einfluss auf das große Ganze. Die Flüge Richtung Mittlerer Osten sind zwar spürbar zurückgegangen, aber laut Vorstandschef Stefan Schulte machten sie sowieso weniger als fünf Prozent des gesamten Passagierstroms aus. Und von denen, nebenbei bemerkt, sind drei Viertel ohnehin bloß auf der Durchreise. Viele wählen inzwischen andere Routen – typisch für die Flexibilität dieses Mobilitätszeitalters. Überraschend: Gerade bei den Direktflügen nach Afrika und Fernost erlebte Frankfurt im März einen regelrechten Boom, die Zahlen stiegen um mehr als ein Fünftel.
Am Mittwoch wird Terminal 3 offiziell eröffnet. Passend zur aktuellen Entwicklung: Mit den angepeilten neuen Gästezahlen nähert sich der Flughafen fast dem Vor-Corona-Level an – dieses Ziel ist in Sichtweite, näher als für andere große Flughäfen in Deutschland. Aber das bringt auch Erinnerungen zurück: Schon vor Corona platzte Frankfurt aus allen Nähten, wie Schulte anmerkt. Das neue Terminal dürfte vor allem eines bringen: Luft. „Durch die Verlagerung werden die drastischen Engpässe abgeschwächt, besonders auf der Nordseite“, so Schulte. Die Folge? Bessere Pünktlichkeit – zumindest in Theorie.
Angesprochen auf die neue Investitionsstrategie der Lufthansa in München bleibt Schulte gelassen. Für Frankfurt sieht er keine negativen Folgen, eher Wachstum speziell im Star-Alliance-Verbund, der auch Terminal 1 und das modernisierte Terminal 2 stärker nutzen will. In München zieht Lufthansa mit dem dortigen Flughafen zusammen; für Frankfurt kommt das dagegen nicht infrage, zu unterschiedlich die Interessen: Lufthansa setzt offenbar lieber klare Akzente in neue Maschinen als in Immobilien – ein typisch deutsches Eigentumsdilemma, könnte man fast sagen.
Fraport hält trotz der aktuellen Unsicherheiten in der Luftfahrtbranche, insbesondere angesichts des Konflikts im Nahen Osten, an seinem ehrgeizigen Passagierziel für 2024 fest: 65 bis 66 Millionen Gäste sollen den Frankfurter Flughafen dieses Jahr nutzen, was an die damaligen Zahlen vor der Corona-Pandemie heranreicht. Die Auswirkungen der Krise in der Golfregion werden von Fraport als überschaubar bewertet, da der betreffende Fluggastanteil gering ist und die Umsteigerflexibilität hoch bleibt. Vor allem das Wachstum auf Fernost- und Afrika-Flügen gibt Rückenwind, während mit Terminal 3 eine Entzerrung und Verbesserung der betrieblichen Abläufe – insbesondere bei der Pünktlichkeit – erwartet wird. Jüngste Recherchen zeigen: Die Eröffnung des Terminal 3 wird in zahlreichen Berichten als wichtiges Signal für den Aufschwung nach der Pandemie gewertet. Die aktuelle geopolitische Instabilität könnte jedoch weitere Risiken bergen, insbesondere falls sich der Konflikt im Nahen Osten verschärft. Frankfurt bleibt allerdings – auch in Konkurrenz zu München und Berlin – in der deutschen Luftfahrt der zentrale Dreh- und Angelpunkt mit hoher strategischer Bedeutung für den internationalen Transit.