Zukunft ungewiss: IT-Größen skeptisch bei KI-Gigafabriken in Deutschland

Spitzenvertreter der deutschen IT-Landschaft zweifeln, ob Großrechenzentren für Künstliche Intelligenz in Deutschland wirklich entstehen – vor allem am Geld hakt's gewaltig.

heute 07:41 Uhr | 4 mal gelesen

Die ambitionierten Pläne, in Europa gleich mehrere KI-Gigafabriken aufzubauen, werden ausgerechnet von denen skeptisch beäugt, die sie nutzen könnten. Laut 'Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI' äußert der Ionos-CEO Achim Weiß massive Zweifel: "Mit vier Milliarden Euro für fünf Fabriken ist das Ding gestorben!" Die Förderzusagen der EU scheinen definitiv weniger üppig auszufallen, als ursprünglich angekündigt – von 20 Milliarden war mal die Rede, jetzt sollen es nur vier werden. Den Rest sollen Mitgliedstaaten und Privatunternehmen drauflegen; der laufende Betrieb wiederum soll ausschließlich privat finanziert werden. Auch bei der Telekom ist die Frustration groß: Konzernchef Tim Höttges erklärte auf einer international besetzten Kartellkonferenz in Berlin beinahe resigniert, sein Haus würde zwar einsteigen – allerdings nur, wenn ernsthafte Finanzierung steht. "Die Telekom braucht die Gigafabrik vielleicht nicht, aber Europa braucht sie," räumt Höttges ein. Und ehrlich gesagt: Die Unsicherheit, dieses ewige politische Geschachere, sorgt bei vielen für mehr Kopfschütteln als Motivation. Wie oft sind solche Großprojekte an komplizierten Fördertöpfen und vagen Versprechen gescheitert? Ein Déjà-vu, das in der IT-Welt niemand mehr braucht.

Die Pläne zur Errichtung von fünf KI-Gigafabriken in Europa stehen laut führenden IT-Managern wie Achim Weiß (Ionos) und Tim Höttges (Deutsche Telekom) auf der Kippe, da die tatsächlichen EU-Fördermittel mit maximal vier Milliarden Euro deutlich unter den einst geplanten 20 Milliarden liegen. Die Unsicherheit über die genaue Finanzierung und der hohe Eigenanteil, den Länder und Branchenakteure stemmen sollen, lassen Zweifel an der Realisierbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit solcher Großprojekte in Deutschland aufkommen. Neuere Analysen sprechen zudem davon, dass insbesondere Deutschlands schleppende Verwaltungsprozesse, energiepolitische Unsicherheiten und die Heterogenität europäischer Interessen zusätzliche Hürden für derartige Mammutprojekte darstellen.

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