Amnesty-Bericht: Exekutionen weltweit auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten

2025 wurden in mindestens 17 Staaten weltweit mindestens 2.707 Menschen zum Tode gebracht – so viele wie seit über 40 Jahren nicht mehr.

heute 06:49 Uhr | 3 mal gelesen

Laut einem aktuellen Report von Amnesty International ist die Zahl der registrierten Hinrichtungen im Jahr 2025 massiv angestiegen. Ein Zuwachs von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das ist kein Pappenstiel und macht nachdenklich. Verantwortlich für den Großteil dieses besorgniserregenden Trends sind wenige Staaten – an erster Stelle China, gefolgt vom Iran und Saudi-Arabien. Irgendwie ist es bemerkenswert und auch verstörend: Während über zwei Drittel der Länder den Einsatz der Todesstrafe entweder offiziell abgeschafft oder faktisch eingestellt haben, ziehen einige unbeeindruckt weiter durch. Allein im Iran wurden mindestens 2.159 Menschen exekutiert – mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Saudi-Arabien lag mit mindestens 356 Hinrichtungen ebenfalls weit vorn. Auch in anderen Staaten – etwa den USA (47 Fälle), Singapur (17), Ägypten (23) und Kuwait (17) – wurde die Todesstrafe vermehrt vollstreckt. Zu den Ländern mit durchgeführten Exekutionen zählen außerdem Afghanistan, Irak, Japan, Jemen, Nordkorea, Somalia, Südsudan, Taiwan, Vereinigte Arabische Emirate und Vietnam. Die genannte Zahl von 2.707 Hinrichtungen kratzt jedoch nur an der Oberfläche: Für China – wo Exekutionszahlen als Staatsgeheimnis behandelt werden – gibt es keine verlässlichen Zahlen, doch Amnesty geht von Tausenden Fällen aus. Erstaunlich: Fast die Hälfte aller dokumentierten Hinrichtungen war das Resultat von Drogendelikten. Iran war hier trauriger Spitzenreiter mit 998, gefolgt von Saudi-Arabien (240), Singapur (15) und Kuwait (2). Der „Krieg gegen Drogen“ dient in verschiedenen Ländern als Begründung, um die Todesstrafe auszuweiten. Algerien, Kuwait und die Malediven haben sogar Pläne, Drogendelikte noch härter zu sanktionieren. Außerdem denken Länder wie Burkina Faso und Tschad darüber nach, die Todesstrafe für Delikte wie Hochverrat, Terrorismus oder Spionage wieder einzuführen.

Der Amnesty-Bericht für das Jahr 2025 dokumentiert einen alarmierenden Anstieg staatlicher Hinrichtungen – mit mindestens 2.707 Todesstrafen in 17 Ländern, trotz des globalen Trends zur Abschaffung. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen, insbesondere in China, das keinerlei Daten veröffentlicht; Amnesty schätzt dort jährlich Tausende Exekutionen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem sprunghaften Anstieg der Hinrichtungen wegen Drogendelikten, intensiviert durch den „Krieg gegen Drogen“, und auf der Tatsache, dass einige Staaten die Ausweitung oder Wiedereinführung der Todesstrafe für weitere Straftatbestände erwägen. Ergänzend dazu berichtet etwa die Süddeutsche, dass die internationale Zivilgesellschaft zunehmend gegen die Todesstrafe mobilmacht und sich Widerstand gegen Staaten formiert, die ihre Anwendung gerade wieder verschärfen. Die Zeit betont, dass insbesondere in autoritär geführten Ländern Todesurteile oft politisch motiviert oder Teil einer gezielten Unterdrückung sind. Spiegel.de hebt hervor, dass insbesondere Minderheiten und marginalisierte Gruppen von diesen Strafen betroffen sind, und macht die Schwächen der Transparenz sowie die oft willkürlich geführten Gerichtsverfahren deutlich.

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