Donnerstag früh, während die meisten von uns friedlich schliefen (oder sich schlaflos im Bett windeten – kommt auch vor), durchbrach die Orion-Kapsel samt ihrer vierköpfigen Besatzung die Stille von Cape Canaveral. Eigentlich sollte schon früher alles losgehen, aber – wie bei so vielen technischen Großvorhaben – gab es erstmal die üblichen Startverzögerungen: ein bisschen Technik-Murks hier, Planänderung da. Doch nun ist das Abenteuer gestartet: Erst hoben die beiden Booster ab, dann verabschiedete sich die erste Raketenstufe von der restlichen Mannschaft. Zur Crew zählen neben drei US-Amerikanern – Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman – zum ersten Mal auf so einer Mission auch der Kanadier Jeremy Hansen. Der Plan könnte aus einem Science Fiction-Roman stammen: Die Truppe fliegt tausende Kilometer über den Mond hinaus, vollführt eine elegante Wende und dann, zack, einmal zurück nach Hause. Ganze neun Tage dauert ihr Himmelsritt. Interessanter Nebeneffekt: Sie werden sich weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor. Klingt ein bisschen nach „Neil Armstrong, nur weiter raus“. Die eigentliche Mondlandung steht noch aus – die ist dann frühestens 2028 dran. Artemis 2 ist eher Generalprobe: Wie viel Mut, wie viel Technik und wie viel Nerven braucht es für eine dauerhafte Mondstation?
Artemis 2 läutet eine neue Ära in der bemannten Raumfahrt ein. Die Mission ist zwar noch keine Landung, bildet aber den Grundstein für die spätere Errichtung einer ständigen Mondstation. Zusätzlich ist sie ein wichtiger Testlauf für Technologien und Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Neuere Berichte heben hervor, dass mit Artemis 2 erstmals eine Frau und eine Person of Color in einer tiefen Mondumlaufbahn unterwegs sein werden – ein Signal für Diversität und Wandel in der Raumfahrt. Neben der wissenschaftlichen Neugier steht auch die Vorbereitung auf den geplanten Aufbau permanenter Strukturen auf dem Mond im Mittelpunkt. Die Rolle von Artemis im geopolitischen Kontext (USA vs. China im Wettlauf zum Mond) bleibt spannend zu beobachten.