BDA kritisiert steuerfreie 1.000-Euro-Prämie für Beschäftigte scharf

Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der BDA, äußert Unverständnis gegenüber dem Plan der Bundesregierung, Arbeitnehmern eine steuerfreie Prämie von 1.000 Euro zu ermöglichen. Er warnt vor zusätzlicher Belastung für die Betriebe.

heute 16:25 Uhr | 6 mal gelesen

„Bei vielen Arbeitgebern stößt dieser Prämien-Vorschlag ganz klar auf Ablehnung. Vieles, was nach Entlastung klingt, entpuppt sich am Ende als zweischneidiges Schwert – und für Firmen eben besonders anstrengend“, sagt Kampeter gegenüber der ‚Bild‘-Zeitung. Seit 2019 gehe es wirtschaftlich nicht wirklich voran, meint er. Die Ausgaben für die Unternehmen seien ohnehin gestiegen – Strom, Rohstoffe, Gehälter. „Jetzt noch neue Zahlungen draufsatteln, das geht einfach nicht. Das Gegenteil wäre eigentlich angebracht: Arbeitgeber brauchen Luft zum Atmen, keine neuen Extras on top.“ Kampeter betont, nötig sei nun politische Unterstützung, zum Beispiel für eine sinnvolle Gesundheitsreform, damit Unternehmen sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren könnten. „Entlasten, nicht zusätzlich belasten, das wäre mal was.“ Man spürt, wie zwischen den Zeilen ein Frust über die scheinbar nicht enden wollenden Forderungen nach mehr Kosten für Arbeitgeber mitschwingt. Eine Prämie klingt zwar auf dem Papier nett, könnte aber, so bleibt sein Fazit, den Schuss ganz schön nach hinten losgehen lassen.

Der starke Widerstand der BDA gegenüber der steuerfreien Sonderzahlung spiegelt die wachsende Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft wider. Kampeter sieht angesichts stagnierender Wirtschaftsdaten und steigender Betriebskosten ganz klar keinen Spielraum mehr für zusätzliche Leistungen an die Angestellten – zumindest nicht auf diesem Wege. Erst kürzlich wurde im Bundestag erneut über Modelle zur Entlastung von Arbeitnehmern debattiert, wobei die Stimmen aus der Wirtschaft immer wieder mahnen, dass nachhaltige Erleichterungen nur möglich seien, wenn auch die Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessert werden. Laut taz verläuft aktuell ein grundsätzlicher Wirtschaftsstreit zwischen Regierung und Unternehmensverbänden, teils wegen der Steuerpolitik, teils aufgrund der fehlenden Fachkräfte (Quelle: taz). Die SZ berichtet, dass in vielen Branchen ohnehin bereits verschiedene Sonderzahlungen ausprobiert werden – mit gemischtem Ergebnis, oft abhängig von Firmenlage und Gewerkschaftseinfluss (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Spiegel Online hebt hervor, dass zahlreiche Kleinbetriebe solche Prämien durch die vielen Unsicherheiten am Markt schlicht nicht leisten können (Quelle: Spiegel Online).

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