Es knistert eine seltsame Spannung vor den Bürogebäuden von Adidas, als plötzlich Buchstabenformationen in den Himmel ragen. Die Botschaft: „Kein Mord für den Fußball“. Laut und entschlossen richten die Demonstrierenden ihren Appell an die FIFA wie auch an große Sponsoren. Das Ziel? Ein sofortiger Stopp der systematischen Tötung von Straßenhunden in Marokko, wo, demnächst Austragungsort der Fußball-WM, Behörden grausame 'Reinigungsaktionen' per Gift oder Schusswaffe durchführen sollen. Die Atmosphäre ist aufgeladen, irgendwo zwischen Frust, Wut und dieser Ohnmacht, die einen überfällt, wenn das Unrecht zu massiv erscheint. Leoni Feurstein von VETO Tierschutz bleibt kämpferisch: „Der Ball darf nicht auf Kosten der Wehrlosen rollen!“
Eine Teamkollegin berichtet erschüttert aus Marokko: Keine Verstecke, keine Gitter – das Leiden spielt sich direkt auf den Straßen ab. Hunde mit offenen Wunden, gebrochenen Gliedern, viele schwer gezeichnet von Krankheit und Gewalt. Und während Menschen fast achtlos vorbeigehen, sterben die Tiere im Schatten des Alltags. Besonders verstörend: Kinder, die um die Leichname der Hunde spielen, während Erwachsene einkaufen. Andere Länder kennen ebenfalls Hundetötungen, aber die Alltäglichkeit und Sichtbarkeit in Marokko übertrifft alles, was die Mitarbeiterin bislang erlebt hat. Diese scheinbare Gleichgültigkeit trifft sie tief. Die Protestierenden machen klar: Solche Zustände dürfen keine Randnotiz im globalen Turnierbetrieb bleiben.
Der Protest in Herzogenaurach richtet sich vehement gegen die geplante und teils bereits durchgeführte Massentötung von Straßenhunden in Marokko im Vorfeld der WM 2030. Die Brutalität und Offenheit, mit der diese Tötungen geschehen, stößt auf scharfe Kritik von Tierschützern und einer wachsenden Zahl engagierter Bürger. Tatsächlich steht Marokko derzeit zunehmend im Fokus internationaler Medien: In den vergangenen Tagen haben verschiedene deutsche und internationale Nachrichtenseiten ebenfalls über die Problematik berichtet – oft in direkter Verbindung mit den wirtschaftlichen und politischen Zwängen rund um globale Sportereignisse. Experten fordern umfassende Reformen im Umgang mit Straßentieren und sehen bei FIFA und Sponsoren dringenden Handlungsbedarf, wenn sie ihren sozialen Verpflichtungen gerecht werden wollen. Daneben laufen öffentliche Petitionen und Informationskampagnen auf Hochtouren. Gleichwohl zeichnet sich derzeit wenig Veränderung in der Haltung marokkanischer Behörden ab.