Sportpolitik im Zwielicht: Özoguz fordert Reformen für kommende Fußball-WM

Aydan Özoguz, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, hat die jüngste Fußball-WM scharf kritisiert und setzt sich mit Nachdruck für grundlegende Änderungen beim nächsten Großturnier ein.

heute 00:03 Uhr | 4 mal gelesen

Ich weiß noch, wie die Straßen voller feiernder Menschen waren, irgendein Lied läuft im Hintergrund, die Sonne brennt – und die Fußball-WM entfaltet diese seltsame, mitreißende Magie. Genau das hat Özoguz auch unterstrichen: Fußball kann immer noch verbinden, sogar Städte zu Festplätzen machen. Aber – und das ist ein dickes Aber – das Drumherum? Skurril, störend, politisch schwierig. Özoguz hat geradezu irritiert von einer WM gesprochen, an der viel zu viele Fäden von den 'großen Jungs' Trump und Infantino gezogen wurden. 'Das schadet dem Sport', findet sie und ehrlich: Wer kann ihr da widersprechen? Skandale gab es zuhauf – erst bombardieren die USA den Iran, dann müssen selbst Spieler um ihre Übernachtung bangen, ein Schiedsrichter wird nicht ins Land gelassen, Fans ebenso. Als Krönung dieses Durcheinanders: Das Theater um die Rücknahme einer roten Karte und ein US-Präsident, der das Podest gar nicht mehr verlassen wollte. Özoguz’ Frust kann ich gut nachvollziehen, zumal sich FIFA-Boss Infantino vor allem für Einnahmen zu interessieren schien. Ewige Werbe- und Trinkpausen, aufgeblasene Halbzeiten – alles für die Quote? Fußball, sagt Özoguz, darf kein reines Showgeschäft werden. Ein paar Extrashows – meinetwegen, sagt sie, aber mitten im Spiel? Das geht zu weit. Und Ticketpreise, die nur noch für Besserverdienende sind? Nein, das war nie die Idee dieses Sports. Hoffen wir, dass Spanien, Portugal und Marokko 2030 ein besseres Beispiel liefern. Doch selbst die werden sich gegen die FIFA durchsetzen müssen. Leicht wird anders.

Aydan Özoguz, SPD und Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, hat deutliche Kritik an der vergangenen WM geäußert. Der Einfluss politischer Machtspiele, fehlende Fokussierung auf den Fußball und Kommerzialisierung hätten Turnier und Fans gleichermaßen geschadet. Özoguz betonte die Notwendigkeit klarer Reformen: weniger Pausen für Werbung, erschwingliche Tickets und das sportliche Geschehen im Mittelpunkt – Forderungen, die auch von vielen Experten und Fan-Initiativen unterstützt werden. In verschiedenen Medien wurde in den letzten Tagen sowohl über neue Pläne für ein WM-Fan-Konzept als auch über das schwierige Verhältnis zwischen FIFA, Politik und Sponsoren berichtet. Offen bleibt, wie sich die Gastgeber 2030 gegenüber FIFA-Boss Infantino positionieren werden und welche Zugeständnisse dem Sport wirklich dienen. Die aktuellen Diskussionen der taz und von Spiegel Online unterstreichen die Problematik der zunehmenden Show-Elemente und Preissteigerungen. Auch internationale Stimmen, beispielsweise von der BBC und Le Monde, sehen einen Umbruch unvermeidlich – nicht zuletzt, weil die Glaubwürdigkeit des Fußballs auf dem Spiel steht.

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