Die Sache klingt im ersten Moment fast wie eine unbequeme Wahrheit aus einem Science-Fiction-Roman – und doch steht sie so in einer aktuellen Untersuchung des Prognos-Instituts für die VBW: Wenn Deutschland nicht beherzt auf Technologie, KI und Digitalisierung setzt, geht’s bergab – wirtschaftlich gesprochen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, zählen zum schwelenden Problem die geringen Geburtenraten, wodurch uns schlichtweg die Arbeitskräfte ausgehen, während die Fabrikhallen schon heute ziemlich voll mit Maschinen stehen. Bleibt also nur noch: Fortschritt.
Im Detail: Die Experten sehen bis 2045 ein mageres Wachstum von knapp einem Prozent pro Jahr voraus. Ein Wert, der selbst unter Optimismus und politischen Annahmen – wie mehr Anreizen für Frauen und ältere Menschen im Job – nur schwer erreichbar scheint. Die Wirtschaft wird sich insgesamt grundlegend wandeln, manche Branchen gewinnen, andere werden verschwinden. Digitalisierung, Dekarbonisierung, der globale Wandel – das alles schiebt Deutschland in eine neue Richtung.
International betrachtet verschieben sich die Karten. Die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts soll schon bald in Schwellenländern liegen: vor allem im asiatischen Raum, aber zunehmend auch in Teilen Afrikas. China spielt weiterhin ganz vorne mit, trotz ausgebremsten Wachstums, während die EU als dritter globaler Block zwar präsent, aber nicht wirklich tonangebend bleibt. USA und China: das neue Duell der Titanen.
Die Prognos-Studie warnt im Kern: Ohne entschiedenen und breiten Einsatz moderner Technik fehlen der deutschen Wirtschaft fundamentale Wachstumsquellen angesichts schrumpfender Erwerbsbevölkerung und demografischer Lasten. Selbst mit politischen Gegenmaßnahmen wie einer erhöhten Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren bleibt das Potenzial begrenzt – Innovation ist das Nadelöhr für Wohlstand. Weltweit wächst das wirtschaftliche Gewicht von Schwellenländern, speziell Asien und Afrika, während China trotz sich verlangsamender Entwicklung seine wirtschaftliche Relevanz behauptet, die EU aber an Kraft verliert.
Ergänzend bleiben Unsicherheiten: Investitionen in KI und Digitalisierung sind teuer und mit Risiken verbunden, was viele Unternehmen vorsichtig macht. Hinzu kommen geopolitische Herausforderungen wie Lieferkettenprobleme, Energiepreise und ein schärferer Wettbewerb um Talente – Faktoren, die gerade im Mittelstand viele Fragen aufwerfen. Und: Laut jüngsten Artikeln der Wirtschaftspresse (2024) bremst besonders die schleppende Verwaltungsdigitalisierung und fehlende digitale Infrastruktur in ländlichen Regionen Deutschlands die Innovationskraft. Der umfassende Wandel ist also kein Selbstläufer, sondern ein Drahtseilakt – immerhin lässt gerade die Unsicherheit die Diskussion oft überraschend offen.