Mal ehrlich – als Tierfreund fragt man sich ja schon lange, wie es sein kann, dass Tierheime hierzulande förmlich vor Aufgaben bersten und trotzdem im Regen stehen. Thomas Schröder, Chef des Deutschen Tierschutzbundes, bringt es in einem Interview mit der "Rheinischen Post" ziemlich unmissverständlich auf den Punkt: Die Belastung wächst, die Ausgaben explodieren – doch die finanzielle Unterstützung bleibt gleich null. Personal, Futter, Energie, tierärztliche Versorgung – alles kostet immer mehr, während täglich weitere Tiere Schutz suchen (oder besser gesagt: brauchen). Was passiert? Die Bundesregierung verweist auf Länder oder Kommunen und hält sich schön raus.
Interessant: Schon Ende Mai hat der Verband Klage erhoben – ausgerechnet in Köln, und zwar gegen den Bund. Die Verantwortung wird bisher gerne hin und her geschoben. Das Tierschutzgesetz im Grundgesetz? Gilt zwar, scheint aber zum Papiertiger zu werden, wenn es darum geht, konkrete Hilfe auf die Straße, äh, in die Tierheime zu bringen. Schröder zieht einen ziemlich drastischen Vergleich: Riesige Summen für Kunstrasenplätze sind offensichtlich kein Problem, aber bei lebenden Geschöpfen zuckt das politische System mit den Schultern. Ein bemerkenswerter und, ehrlich gesagt, ein bisschen bitterer Befund.
Vielleicht steckt hinter all dem sogar mehr als nur Sparwillen – vielleicht ist es auch eine Frage von Wertschätzung. Man kann nur hoffen, dass Schröders Vorstoß und die Klage einen Weckruf senden. Denn irgendwann reicht eine warme Decke eben nicht mehr – weder für Tiere, noch für die, die sich aufopfernd um sie kümmern.
Die finanzielle Lage der deutschen Tierheime spitzt sich dramatisch zu: Immer mehr Tiere werden abgegeben oder ausgesetzt, gleichzeitig steigen die Kosten für alles. Der Deutsche Tierschutzbund greift zur Klage und fordert, dass die Bundesregierung ihrer Verantwortung gerecht wird, statt die Zuständigkeit immer nur weiterzureichen. Der Vergleich mit anderen Förderprogrammen – wie der Sportmilliarde – macht die Ungleichbehandlung deutlich. In aktuellen Recherchen wird zudem berichtet, dass sich der Personalmangel in Tierheimen verschärft und oftmals ehrenamtliches Engagement nicht mehr ausreicht, um den Ansturm zu bewältigen. Auch die Debatte um geplante Gesetzesänderungen, die mehr Schutz für Tiere bringen sollen, zieht sich seit Monaten ohne konkrete Ergebnisse. Die mediale Resonanz wächst, doch bislang fehlt ein abgestimmtes Konzept von Bund, Ländern und Kommunen zur langfristigen Sicherung der Tierheimlandschaft.