Oscar für Norwegens "Sentimental Value" – Ein Triumph bei den Internationalen Filmen

Joachim Triers Familiendrama "Sentimental Value" setzt sich bei den Oscars gegen harte Konkurrenz durch und gewinnt den begehrten Preis für den besten internationalen Film.

heute 03:09 Uhr | 4 mal gelesen

Vor der funkelnden Kulisse der 98. Oscar-Verleihung in Los Angeles holte das norwegische Drama "Sentimental Value" die begehrte Trophäe als bester internationaler Film. Regisseur Joachim Trier, bekannt für feinnervige Familienporträts, landete gemeinsam mit seinen Hauptdarstellern Renate Reinsve und Stellan Skarsgard einen Coup gegen starke Mitstreiter, darunter der brasilianische Beitrag "The Secret Agent". Beide Werke hatten es sogar ins nominierten Feld als bester Film geschafft – was in der Geschichte der Oscars eine eher seltene Ausnahme ist. Knapp gingen diesmal Kandidaten aus Frankreich ("Ein einfacher Unfall"), Spanien ("Sirat") und Tunesien ("Die Stimme von Hind Rajab") leer aus. Auffällig: Der deutsche Beitrag "In die Sonne schauen" fand sich gar nicht auf der Liste der Nominierten wieder. Als Randnotiz: Abgesehen vom Auslands-Oscar gab es schon zuvor einige Überraschungen – so erhielt Amy Madigan für ihren kernigen Auftritt im Horrorthriller "Weapons" den Oscar als beste Nebendarstellerin und Sean Penn wurde für "One Battle After Another" als bester männlicher Nebendarsteller geehrt. Die Oscars für Original- und adaptiertes Drehbuch wanderten an "Sinners" beziehungsweise erneut an "One Battle After Another". Es lohnt sich, einen kurzen Moment innezuhalten: Wie viele dieser Namen werden in zwölf Monaten noch jedem geläufig sein? Aber solche Schnelllebigkeit liegt vielleicht gerade im Reiz dieses nächtlichen Zirkus.

Das norwegische Kinostück "Sentimental Value" gewann den Oscar für den besten internationalen Film und setzte sich dabei unter anderem gegen den brasilianischen Beitrag "The Secret Agent" durch – beide Produktionen waren sogar als bester Film overall nominiert, was relativ selten passiert. Frankreich, Spanien und Tunesien gingen diesmal in dieser Kategorie leer aus. Laut aktuellen Berichten aus Norwegen war die Freude im Heimatland groß; Joachim Trier äußerte sich gerührt über die internationale Anerkennung, und auch in sozialen Netzwerken wurde der Erfolg gefeiert. Medienanalysen hoben hervor, wie norwegische Filme in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit auf internationalen Festivals erlangten. Gerade die enge Kollaboration nordischer Schauspielgrößen wie Skarsgard und Reinsve galt als einer der Erfolgsfaktoren für den Gewinn. Es wurde außerdem über die wahrgenommene Verschnaufpause für europäisches Kino angesichts sonstiger Hollywood-Dominanz berichtet. Amy Madigans und Sean Penns Preise wurden ebenfalls wohlwollend aufgenommen, während insbesondere "One Battle After Another" als außergewöhnlich facettenreiches Werk gehandelt wird.

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