Trump droht mit US-Marine-Blockade in der Straße von Hormus

Donald Trump hat überraschend erklärt, die US-Marine solle künftig alle Schiffe blockieren, die durch die sensible Straße von Hormus wollen. Damit will er angeblich verhindern, dass der Iran von ‚illegalen Gebühren‘ profitiert.

heute 15:13 Uhr | 4 mal gelesen

Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn seine Ankündigungen nicht regelmäßig für Kopfschütteln – und manchmal auch für schiere Panik – sorgen würden. Am Sonntag ließ er per Mitteilung verlauten, die US-Marine solle sämtliche Schiffe an der Passage durch die Straße von Hormus hindern oder kontrollieren, sofern diese zuvor eine Abgabe an den Iran gezahlt hätten. Hintergrund sind neuerliche Vorwürfe aus dem Weißen Haus, der Iran finanziere damit – ganz unspektakulär formuliert – unlautere Aktivitäten. Gleichzeitig sollen Minen, die mutmaßlich vom Iran verlegt wurden, geräumt oder zerstört werden. Vielleicht liegt es an den jüngsten, ziemlich schleppenden Iran-Gesprächen in Pakistan, dass Trump jetzt wieder auf Eskalation setzt. Er bemängelte öffentlich, es sei keinerlei Fortschritt beim Streitthema Atomprogramm erzielt worden. Trumps Tonfall ist, gelinde gesagt, anklagend: Er spricht von ‚weltweiter Erpressung‘ durch die iranische Führung und kündigt gleich auch noch ein internationales Bündnis an, das die Blockade unterstützen soll – nur welche Länder mitziehen, bleibt sein Geheimnis. Man kann sich durchaus fragen, wie ernst er solche Drohungen wirklich meint oder inwiefern sie eher innenpolitisch motiviert sind. Vielleicht auch beides. Jedenfalls: Es bleibt so brisant wie unübersichtlich im Persischen Golf.

Trump kündigt eine mögliche Seeblockade an der Straße von Hormus an, angeblich, um iranische Einnahmen durch Durchfahrtsgebühren zu unterbinden. Dies erfolgt nach gescheiterten Gesprächen über das iranische Atomprogramm und wird von ihm als Teil einer größeren Allianz angekündigt. Auffällig ist, dass bislang kein Land offiziell seine Unterstützung zugesagt hat – die internationale Reaktion schwankt zwischen Sorge vor einer Eskalation und Zweifel an Trumps Umsetzungswillen. Nach aktuellem Stand (2024): Die Lage in der Region bleibt angespannt, zumal der Iran in den letzten Tagen erneut betonte, auf Blockadeversuche notfalls militärisch zu reagieren. Die US-Regierung um Präsident Biden hält sich weitgehend bedeckt, einige europäische Staaten warnen vor unilateralen Schritten. Wirtschaftlich sind etwa 20 Prozent des globalen Ölhandels betroffen, was dem Vorhaben auf dem Weltmarkt eine enorme Sprengkraft verleihen könnte.

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