Wenn Sergio Leone Werbung gemacht hätte
Nehmen wir einen Hauch Nostalgie, ein bisschen Klamauk und eine grosse Prise Schweiz – den Mix gibt es jetzt wirklich: In „The Socceritos“ reisen Terence, Granit und Zeki Seite an Seite auf staubigen Westernpfaden. Sie bringen statt Colts einen Ball mit. Doch als sie ein Kaff aufsuchen, dessen Obermotz den Fussballsport für Teufelszeug hält, spitzt sich alles zu. Nur eine Wette – Ball gegen Revolver – entscheidet, ob Fussball auch hier weiterrollt.
Zeitreise im gesteppten Stiefel
Die „Socceritos“-Sage steht für Wandel: Während draussen die Kugeln fliegen, wandelt sich der Fussball im Laufe der Jahrzehnte – von improvisiert und holprig zum heutigen rasanten Spiel. Genauso frischt Denner seine Läden auf: weniger Cowboy-Romantik, mehr modernes Einkaufserlebnis. Dennoch, ein paar Traditionen bleiben. Whiskey im Regal, neue Technik an der Kasse, Frisches statt Dosenbohnen: Es ist ein Spagat zwischen gestern und heute.
Western-Feeling am Set, spanische Sonne auf den Gesichtern
Gedreht wurde stilecht in Spanien: An Schauplätzen, die schon Terence Hills Italo-Western kannten. Am Ruder: Reto Salimbeni, ein Schweizer, der sich um Regiebuch und Atmosphäre kümmerte. Aus den Dreharbeiten klingt Begeisterung heraus – für Nostalgiker und Fussballfans ein in Szene gesetztes Geschenk voller Selbstironie und Sportsgeist. „Die Magie des Fussballs und des Westerns ist unser gemeinsamer Nenner“, so Raphael Werner von Denner. Und so müssen Saloon-Türen nicht knarren, wenn man einfach zum Youtube-Link klickt.
Denner wagt als bekannter Schweizer Discounter mit „The Socceritos“ eine originelle Werbe-Offensive rund um die WM 2026 – prominent besetzt mit Terence Hill und bekannten Namen aus dem Schweizer Fussball wie Xhaka, Amdouni und Markovic. Wie Recherchen zeigen, ist dies Teil eines aktuellen Trends starker Markeninszenierungen, bei denen Prominente Kulturen und Produkte in kreativen Werbeprojekten verbinden. Das Projekt wird durch die Verschmelzung von Film– und Fussball-Fandom getragen und spielt sowohl mit Schweizer Selbstironie als auch mit Western-Nostalgie; zudem sorgt es über Social Media für lebhafte Diskussionen über Authentizität von Werbung im Zeitalter der Entertainment-Ökonomie. In den letzten 48 Stunden greift etwa die Spiegel einen ähnlichen Trend unter dem Stichwort "Branded Entertainment" auf (siehe unten).