Brandbrief: Wohnungsbranche schlägt Alarm bei Merz wegen geplanter Haushaltskürzungen

Nach der Ankündigung deutlich geringerer Finanzmittel im Bundeshaushalt richtet das Wohnungsbau-Verbändebündnis einen eindringlichen Appell an Kanzler Friedrich Merz und weitere Minister.

heute 00:02 Uhr | 1 mal gelesen

Der Ruf nach Hilfe ist laut und dringlich: 'Nehmen Sie dem Wohnungsbau bitte nicht noch mehr Geld weg, sonst haben wir keine Chance, auch das kleine Bisschen Bauaktivität noch aufrechtzuerhalten', heißt es sinngemäß in einem Schreiben, von dem die Redaktionen des 'Redaktionsnetzwerks Deutschland' berichten. Absender sind – stellvertretend für die gesamte Branche – namhafte Verbände wie IG BAU, BDB und GdW. In dem nicht verhohlen kritischen Brief warnen sie diesmal nicht nur vor Stillstand, sondern vor einem Absturz des ohnehin schwächelnden Wohnungsbaus. Hauptursache: Die anvisierten massiven Mittelkürzungen in künftigen Haushalten – alleine für 2027 stehen angeblich knapp 1,4 Milliarden Euro weniger für Neubau und Sanierung bereit als jetzt. Das wäre für den kriselnden Wohnungsbau regelrechtes Gift, mahnen die Absender und sehen das Bauwesen dadurch in eine noch tiefere Krise rutschen. Im Unterschied zu anderen Branchen, so die Einschätzung, dauere es hier sehr viel länger, bis ein Einbruch überwunden und Fachpersonal zurückgewonnen ist. Kürzungen seien kontraproduktiv, der Schaden beträfe nicht nur Bauleute, sondern auch langfristig den Mietmarkt und die Erreichung der Klimaziele. Die geplanten Einsparungen böten insbesondere klimarelevanten Sanierungen und sozial sensiblen Projekten einen Bärendienst – und könnten ambitionierte Klimapfade für immer versperren. Der Appell wurde nicht nur an Bundeskanzler Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bauministerin Verena Hubertz, sondern auch an sämtliche Koalitionsabgeordnete sowie Vertreter der Grünen und Linken adressiert.

Die deutschen Bau- und Wohnungsverbände warnen entschlossen vor einer drohenden Wohnungsbaukrise, ausgelöst durch anstehende massive Kürzungen der Bundesmittel. Der angekündigte Sparkurs gefährdet nach Auffassung der Branche nicht nur den Bau neuer Wohnungen, sondern schlimmer noch: Deutschlands Klimaziele könnten in weite Ferne rücken, da deutlich weniger Geld für energieeffiziente Sanierungen bleibt. Laut aktueller Berichterstattung ist zudem davon auszugehen, dass die Branche zusätzlich unter steigenden Zinsen, Materialkosten und einem drohenden Fachkräftemangel leidet – wovon auch Vereine wie der GdW sprechen (Quelle: FAZ, Quelle: Süddeutsche Zeitung). Neueste Schätzungen des IW Köln zeigen, dass die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen 2024 auf ein historisches Tief absinken könnte – mit dramatischen Folgen für die soziale Lage vieler Mieter (Quelle: Zeit Online). Kritik an den Sparplänen kommt auch von Experten wie Jörg Heidrich, die den Wohnungsbau als Schlüsselfaktor gesellschaftlicher Stabilität ansehen.

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