Lulas scharfes Urteil über Trumps Iran-Politik und internationale Konflikte

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva äußert deutliche Kritik an außenpolitischen Aktionen der USA, insbesondere an den Folgen des Krieges mit dem Iran und den globalen Auswirkungen amerikanischer Eingriffe.

heute 18:59 Uhr | 4 mal gelesen

Es wirkt fast, als habe Lula da Silva irgendwann aufgehört, sich um diplomatische Zurückhaltung zu bemühen – zumindest wenn es um die Rolle der USA in internationalen Konflikten geht. "Trump ist kein Weltherrscher", sagte er kürzlich im Gespräch mit dem 'Spiegel', sichtlich empört über Amerikas selbsternannte Vormachtstellung. Dass ein Krieg mit dem Iran entbrannt sei, bezeichnet Lula als fatal – und vor allem als Katastrophe für Menschen weltweit, die schon mit einfachen Grundbedürfnissen kämpfen. Die Preise für Lebensmittel, so Lula, explodierten gerade in den Ländern, in denen man ohnehin ständig den Gürtel enger schnallen muss. Nicht weniger scharf äußerte sich Lula zur amerikanischen Beteiligung an der Entmachtung von Nicolás Maduro in Venezuela und zu den anhaltenden Spannungen mit Kuba. Seiner Ansicht nach sollte kein Land sich das Recht herausnehmen, die Souveränität anderer Staaten anzutasten – egal ob Trump in Venezuela mitmischt oder Putin in die Ukraine marschiert. Bei Venezuela sieht Lula die neue Führung um Delcy Rodríguez in einer fast undankbaren Lage. Hätte er selbst dieses Erbe angetreten, hätte er vielleicht einen Neuanfang mit schnellen Wahlen versucht – aber, räumt er ein, pauschale Ratschläge aus der Ferne seien immer schwierig. Lula setzt eigene Akzente: Hilfe für Kuba will er nicht über Ölgeschäfte laufen lassen, sondern lieber in Form von Medikamenten und Lebensmitteln. Sein Blick auf die Wirtschaft liest sich pragmatisch: Handelsbeziehungen sollen ausgeglichener werden, Brasilien solle mehr eigene Qualitätsprodukte nach Deutschland bringen. Am Rande verweist er auf die am 1. Mai startende Freihandelszone zwischen EU und Mercosur – ein Modell, das wirtschaftliche Engpässe aufbrechen könnte. Eine kleine Anekdote zur Hannover Messe darf nicht fehlen. Wenn Politiker wie Kanzler Friedrich Merz Kritik am brasilianischen Konferenzort Belém üben, kontert Lula lakonisch: Erst mal ins örtliche Restaurant gehen, bevor man urteilt. Er, so Lula, lasse sich an deutschen Wurstständen gern mal überraschen – ganz ohne Protokoll. Ob es für ihn eine weitere Präsidentschaftskandidatur gibt? Lula bleibt ausweichend, fühlt sich aber fit für eine Herausforderung. Angesichts enger Umfragen mit Flávio Bolsonaro gibt er sich kämpferisch: "Faschismus hat in Brasilien keinen Platz."

Lula da Silva bezieht offen Stellung gegen Trumps aggressive Außenpolitik, insbesondere im Bezug auf den Iran. Er kritisiert die weitreichenden sozialen und ökonomischen Folgen für ärmere Staaten und mahnt zur Einhaltung universeller Prinzipien wie Selbstbestimmung und Souveränität. Im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen in Brasilien bleibt Lula zwar vorsichtig, deutet aber seinen unerschütterlichen Willen an, sich gegen den erstarkten Rechtspopulismus zu behaupten. Erweiterung durch aktuelle Details: In den letzten Tagen gab es auf verschiedenen internationalen Nachrichtenseiten ausführliche Berichte über die angespannte globale Lage rund um US-Außenpolitik und deren Auswirkungen auf Lateinamerika. Jüngste Sanktionen der USA gegen iranische Unternehmen haben die diplomatische Spannung weiter intensiviert und sorgen für massive Preissteigerungen auf den Weltmärkten. In Brasilien äußern sich immer mehr Stimmen kritisch zu Freihandelsabkommen, weil sie die Sorge um eine weitere einseitige Abhängigkeit von Exporteinnahmen ihrer Rohstoffe betonen. Außerdem wird diskutiert, wie politische Instabilität in Venezuela und Kuba auch Auswirkungen auf die gesamte Region hat.

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