Friedrich Merz drängt Netanjahu auf Gespräche mit dem Libanon – Deutschland signalisiert Dialogbereitschaft

Friedrich Merz, derzeit Kanzler und CDU-Chef, hat sich telefonisch mit Israels Premierminister Netanjahu ausgetauscht. Themen waren Friedensgespräche, die Lage im Nahen Osten und Deutschlands mögliche Rolle.

13.04.26 20:59 Uhr | 9 mal gelesen

Es ist merkwürdig still geworden um diplomatische Initiativen im Nahen Osten, doch am Montag wurde ein wenig Bewegung sichtbar: Kanzler Merz telefonierte mit Benjamin Netanjahu. Deutschland, so Merz, sei im Fall eines Waffenstillstands offen, sich für freie Schifffahrtswege in der Straße von Hormus einzusetzen – eine Passage, die in letzter Zeit mit unsicherer Hand navigiert wurde. Merz forderte Netanjahu gleichsam auf, endlich mit der libanesischen Regierung das Gespräch zu suchen. Interessanterweise hob er auch seine Sorge über das Vorgehen Israels im Westjordanland hervor, insbesondere, was eine schleichende Annexion betrifft. Und tatsächlich verwendet Merz eine selten deutliche Sprache: Der bewaffnete Arm der Hisbollah solle zur Vernunft kommen. Anekdotisch bemerkt: Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein deutscher Kanzler Vermittler zwischen Tel Aviv und Beirut sein würde?

Friedrich Merz spricht sich für direkte diplomatische Initiativen zwischen Israel und dem Libanon aus und ermutigt Premier Netanjahu ausdrücklich; dies ist vor dem Hintergrund jüngster Spannungen im Grenzgebiet nicht trivial. Deutschland betont seine Bereitschaft, nach einem möglichen Frieden auch praktisch zur Stabilisierung – etwa durch Sicherung der Seerouten – beizutragen, ermahnt aber ebenso die Hisbollah, ihr militärisches Engagement zu beenden. Internationale Reaktionen zeigen, dass Deutschland als Vermittler zunehmend ernst genommen wird, auch weil die Bundesregierung eine Teilannexion des Westjordanlands kritisch betrachtet und sich für Dialog zwischen den USA und Iran ausspricht. In den letzten 48 Stunden wurde über diese Entwicklungen in mehreren führenden deutschen Medien berichtet. Dabei verstärken neue Berichte, dass die Unsicherheit in der Region vor allem durch Aktivitäten der Hisbollah und die fortgesetzte israelische Militärpräsenz im Gazastreifen weiter angeheizt wird. Gleichzeitig gibt es auch diplomatische Aktivitäten im Hintergrund – etwa Treffen zwischen Vertretern der EU und der libanesischen Regierung –, die auf einen möglichen Verhandlungsfortschritt schließen lassen. (Mehr dazu in den untenstehenden Zusammenfassungen aktueller Artikel.)

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