US-Börsen steigen deutlich – Waffenruhe Iran-USA bleibt fragil

Mittwochabend zeigten die amerikanischen Börsen kräftige Gewinne – während die Waffenpause zwischen den USA und dem Iran weiterhin auf wackeligen Beinen steht.

08.04.26 22:29 Uhr | 4 mal gelesen

An diesem Mittwoch konnte man an den Bildschirmen an der Wall Street deutliches Aufatmen beobachten: Der Dow Jones schloss mit guten 47.910 Zählern und damit einem satten Tagesplus von 2,9 Prozent. Auch der umfassende S&P 500 notierte mit über 6.780 Punkten klar im grünen Bereich (2,5 Prozent Gewinn), während der Nasdaq 100 bei etwa 24.900 Zählern ebenfalls um 2,9 Prozent zulegte. Grund dafür war – zumindest vordergründig – eine vereinbarte, wenn auch noch recht unklare, Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Doch ganz ehrlich: Die Stimmung bleibt angespannt. Die Straße von Hormus gilt weiterhin als kritischer Knoten – sie ist nicht passierbar, solange der Konflikt schwelt. Interessant war eine Bemerkung des iranischen Außenministers Araghtschi: Er liegt mit den USA weiter im Clinch, pocht auf einen anhaltenden Stopp israelischer Angriffe auf den Libanon und rückt die Verantwortung für die Einhaltung der Pause deutlich in Washingtons Richtung. Auf der Gegenseite pochen Trump und Netanjahu darauf, dass der Libanon gar nicht Teil der Absprache sei. Die Märkte im Hintergrund wirken, als würden sie vorsichtig auf Stabilität spekulieren, während geopolitisch einiges offen bleibt. Auch die Währungsmärkte reagierten: Der Euro legte am Mittwochabend zu und notierte bei 1,1662 US-Dollar. Gold wurde wieder teurer: Für eine Feinunze blätterte man zuletzt 4.726 Dollar (+0,5 Prozent) hin. Beim Öl hingegen ging es deutlich bergab: Die Nordsee-Sorte Brent rutschte um über 12 Prozent auf knapp 96 Dollar pro Barrel ab. Kurzum: Die momentane Entspannung mag an den Börsen feiern, geopolitisch bleibt sie eher eine knisternde Verschnaufpause.

US-Börsenaufschwung am Mittwoch: Börsen wie der Dow Jones (+2,9 Prozent) und der S&P 500 (+2,5 Prozent) profitierten merklich von der angekündigten, aber fragilen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Der Außenminister des Iran, Abbas Araghtschi, forderte ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon und rückte die Verantwortung für den Frieden an die USA, während die Blockade der Straße von Hormus weiter für Unsicherheit sorgt. Zeitgleich zeigte sich am Devisenmarkt ein etwas stärkerer Euro und feste Goldpreise, doch der Ölpreis rauschte in Richtung Süden – parallel veröffentlichte etwa die Deutsche Welle, dass die internationale Gemeinschaft gemischte Erwartungen an einen nachhaltigen Waffenstillstand hat, und auf „Spiegel Online“ wird der Rückgang der Ölpreise als klares Signal für die Nervosität der Märkte gedeutet. Der wirtschaftliche Optimismus der Börsen ist daher ein empfindliches Pflänzchen – und hängt am seidenen geopolitischen Faden.

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