Wie ein angeschlagener Boxer schleppt sich die Bundesregierung durch das Frühjahr 2026. Nur 27 Prozent der Befragten geben dem Kabinett in der aktuellen Umfrage noch gute Noten – ein Sturzflug im Vergleich zu den ohnehin mageren 34 Prozent im März. Fast zwei Drittel sind schlicht unzufrieden, und das gegenseitige Verständnis in der Koalition scheint komplett aufgebraucht zu sein. Anfangs wurde noch optimistisch gehofft, Union und SPD würden einwandfrei zusammenarbeiten – davon ist kaum noch etwas übrig, gerade mal 18 Prozent sehen noch irgendetwas Gutes in der Kooperation. Der Kanzler? Noch unbeliebter als vor vier Wochen; die jüngste Wertung: 65 Prozent finden, er macht seine Arbeit schlecht, nur 30 Prozent halten dagegen. Kurios auch die Ministerbewertung: Pistorius bleibt für die meisten der 'Einäugige unter den Blinden', Özdemir rollt als politisches Überraschungsei durchs Kabinett, während Merz auf der Sympathieskala tiefer rutscht als ein angeknackster Lift im Altbau.
Die eigentlichen Aufreger aber liegen in anderen Bereichen. Knapp die Hälfte der Bürger gibt sich skeptisch bezüglich der gesenkten Energiesteuer – und neun von zehn glauben ohnehin nicht daran, dass die großen Ölkonzerne Vergünstigungen ehrlich an die Kunden weiterreichen. Kein Wunder, dass mehr als 80 Prozent die Entlastungsversuche der Regierung als unzureichend empfinden. Während darüber gestritten wird, ob Prämien von bis zu 1.000 Euro wenigstens ein Tropfen auf den heißen Stein wären, verdichtet sich der Eindruck: In Sachen Energie dümpelt Deutschland weiter im Schneckentempo. Die Mehrheit findet – besonders die Jüngeren –, die Energiewende ziehe sich endlos hin.
Auch der Blick nach außen spiegelt Unsicherheiten: Praktisch niemand will eine militärische Rolle Deutschlands im Krieg gegen Iran, und dass mit Viktor Orbán ein EU-Dauermuffel abgewählt wurde, kommt klar gut an – neue Hoffnung für mehr Zusammenhalt in Brüssel. Die Daten stammen wie gewohnt aus Tele- und Online-Interviews mit rund 1.350 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten, durchgeführt Mitte April 2026. Insgesamt: Stimmung maximal gereizt, politisch Vieles im Umbruch, und ein Hauch Resignation liegt in der Luft.
Das Politbarometer vom April 2026 malt ein Stimmungsbild, das für die Bundesregierung mehr als ernüchternd ausfällt: Rekordtief bei Zufriedenheit und massive Zweifel am Krisenmanagement in Sachen Energiepreise und Energiewende. Die AfD legt weiter zu und überholt in der Projektion erstmals die Union, während SPD und Grüne schwächeln und eine Mehrheit an der Regierungspolitik zweifelt, besonders bei der Wirksamkeit des Tankrabatts und der Zögerlichkeit in Energiefragen. Auch die Sympathiewerte der führenden Politiker sind auf einem Tiefstand; im internationalen Kontext dominieren Ablehnung einer Kriegsbeteiligung und Hoffnung auf eine kooperativere EU ohne Orbán.
Recherchen in aktuellen deutschen Medien der letzten zwei Tage ergeben Folgendes:
- Die taz analysiert die Gefahr, dass die sinkende Zustimmung zur traditionellen Politik die gesellschaftliche Stabilität weiter bedrohen könnte – und sieht das politisch toxische Klima als Hauptrisikofaktor (Quelle: taz).
- Die FAZ berichtet ausführlich über das anhaltende Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Energieversorgern und steigende Proteste gegen zu hohe Preise – mit Verweis auf neue Bürgerinitiativen (Quelle: FAZ).
- Die Zeit beleuchtet die diskursive Verschiebung im Parteienfeld und das wachsende Bedürfnis breiter Schichten nach politischen Alternativen – mit Fokus auf das Erstarken populistischer Strömungen (Quelle: Zeit).