Linke hält Gesundheitsreform von Warken für Etikettenschwindel

Ates Gürpinar von der Linken wirft der Bundesregierung vor, mit der geplanten Gesundheitsreform große Versprechen zu geben, aber wenig zu halten. Für die Mehrheit bedeute der Gesetzentwurf vor allem höhere Kosten und schlechtere Versorgung.

heute 11:03 Uhr | 1 mal gelesen

„Das von Ministerin Nina Warken vorgestellte Reformpaket – ehrlich gesagt, klingt das für viele erstmal nach Aufbruch. Blickt man aber hinter die Kulissen, fühlt man sich regelrecht verschaukelt“, gibt Ates Gürpinar, gesundheitspolitischer Sprecher der Linken, zu Protokoll. Die angekündigte Stabilisierung sieht er so: „Die Beiträge steigen, der Druck im System wächst – und am Ende sollen die Versicherten zahlen, während die Versorgung immer mehr zum Luxus wird.“ Gürpinar spart nicht mit deutlichen Worten: „Aus einem Grundrecht wird hier schrittweise ein teures Privileg.“ Besonders stößt ihm die „fast schon ironisch anmutende, minimale Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze“ auf – „während ansonsten vor allem bei den ohnehin Belasteten zugegriffen wird“. Er warnt: Längere Wartezeiten, weniger Fachpersonal und letztlich ein noch maroderes System könnten die bittere Konsequenz sein. Ebenso skeptisch äußert sich Janosch Dahmen, der für die Grünen spricht: Der Entwurf der Reform, so Dahmen, schone Unternehmen und die großen Profiteure der Gesundheitsbranche, lade aber immer mehr auf die Schultern der Beitragszahler ab. „Die dringend nötigen großen Würfe – Finanzierung aus Steuermitteln oder wirkliche Arzneimittelpreis-Bremse – fehlen. Stattdessen werden Beschäftigte und Betriebe stärker belastet.“ Auch Prävention kommt laut Dahmen zu kurz: Tabak, Alkohol, Zucker bleiben von einschneidenden Maßnahmen verschont, während familienrelevante Leistungen gekürzt werden.

Die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgelegte Gesetzesnovelle zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung stößt sowohl bei der Linken als auch bei den Grünen auf deutliche Kritik. Im Kern werfen beide Oppositionsfraktionen der Regierung vor, dass der Entwurf Kosten- und Belastungserhöhungen für Versicherte mit sich bringe, ohne strukturelle Probleme – wie die steigenden Arzneimittelausgaben oder die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen – wirklich anzugehen. In den letzten 48 Stunden wurden die Debatte und die Auswirkungen der geplanten Reformen auch in vielen Leitmedien aufgenommen und zum Teil heftig diskutiert; dabei legen unterschiedliche Stimmen den Finger auf eine tiefergehende Schieflage im System: Fehlende Investitionen in Prävention, ein fortgesetzter Trend zur Privatisierung von Leistungen und wachsende soziale Ungleichheiten prägen das Meinungsbild.

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