Eurostat schätzt, dass die Jahresteuerung im Euroraum im Mai bei 3,2 Prozent liegt, ein kleiner Sprung von den 3,0 Prozent im April. Die monatliche Teuerung betrug indes eher unspektakuläre 0,1 Prozent – das ist kaum zu spüren, es sei denn, man schaut genau hin. Bemerkenswert ist die sogenannte Kerninflation (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol, Tabak): Die lag jetzt bei 2,5 Prozent – höher als im Vormonat und für die Europäische Zentralbank immer ein Pulsfühler, wie nah sie am Zwei-Prozent-Ziel dran ist. Was treibt die Preise denn gerade so? Vermutlich vor allem der Energiesektor: Hier wird für Mai besonders kräftig ein jährlicher Anstieg von 10,9 Prozent verzeichnet, dicht gefolgt von gestiegenen Dienstleistungspreisen (3,5 Prozent). Lebensmittel, Alkohol und Tabak legten mit 2,0 Prozent zu, aber etwas weniger dynamisch als zuletzt. Bei den Industriegütern (ohne Energie) war der Zuwachs eher überschaubar (0,9 Prozent). Auffällig bleibt das Gefälle zwischen den Ländern: Während Malta mit 2,1 Prozent ziemlich niedrig bleibt, sticht Bulgarien mit stolzen 6,3 Prozent heraus. Für Deutschland errechnet Eurostat einen Wert von 2,7 Prozent – etwas höher als die 2,6 Prozent, die das Statistische Bundesamt kürzlich für die Bundesrepublik angab, weil jeweils andere Berechnungsmethoden zum Einsatz kommen.
Die Inflation im Euroraum hat im Mai 2026 erneut angezogen und liegt laut vorläufigen Daten von Eurostat bei 3,2 Prozent, getrieben insbesondere von stark steigenden Energiepreisen. Die Kerninflation – die für geldpolitische Entscheidungen maßgeblich ist – steigt auf 2,5 Prozent und bleibt damit über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank. Auch die Preissteigerungen sind innerhalb der EU uneinheitlich verteilt, wobei insbesondere Bulgarien und der Energiesektor herausstechen; Experten warnen vor anhaltender Unsicherheit durch internationale Spannungen und schwankende Rohstoffmärkte. Hinzukommend beobachten viele Ökonominnen und Ökonomen, dass die Inflationsdynamik in den kommenden Monaten schwer vorherzusagen bleibt – insbesondere angesichts geopolitischer Faktoren und zunehmender Lohnforderungen in mehreren Ländern. Viele Haushalte spüren die Preissteigerungen inzwischen im Alltag teils deutlicher als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen, was auf die spezifische Zusammensetzung der Warenkörbe und unterschiedliche Verbrauchsgewohnheiten zurückzuführen ist.