Digitalisierung im Mittelstand: KI-Investitionen wachsen, Bürokratie als größter Bremsklotz

Karlsruhe – Eine aktuelle Untersuchung von IONOS und YouGov offenbart: Der Digitalisierungstrend bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hält an, vor allem im Einsatz künstlicher Intelligenz. Allerdings ist erstmals nicht mehr das liebe Geld die schwierigste Hürde, sondern Bürokratie bremst die Modernisierung am meisten aus.

heute 10:49 Uhr | 4 mal gelesen

Etwa 4.000 Entscheiderinnen und Entscheider kleiner und mittlerer Firmen aus fünf europäischen Ländern – rund 1.000 davon aus Deutschland – standen für diese Umfrage Rede und Antwort.

Webauftritte, E-Mails und KI auf dem Vormarsch

Deutsche KMU holen digital auf: 60 Prozent haben nun eine eigene Website, acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch professionelle Mailadressen mit eigener Domain sind deutlich verbreiteter (jetzt 62 % gegenüber 52 % zuvor). Auffällig ist der KI-Schub: Inzwischen nutzt fast jedes zweite Unternehmen (44 %) Tools mit künstlicher Intelligenz – das Plus von zwölf Punkten in einem Jahr lässt aufhorchen.

Wofür fließt das Digital-Geld?

Von den Investierenden setzen 38 Prozent auf IT-Sicherheit und Datenschutz, während für Online-Präsenz und KI je 35 Prozent ihre Budgets lockern. Die Bereitschaft, in KI zu stecken, wächst – bereits bei fast jedem dritten KMU macht KI über 10% des Gesamt-Digitalbudgets aus. Die Technologie ist längst mehr als eine Spielerei, sondern fester Etatposten.

Bürokratie – der Kopfzerbrecher der Transformation

Mit 55 Prozent ist erstmals die Bürokratie das meistgenannte Hindernis bei der Digitalisierung, die Kosten liegen nur noch auf Rang zwei (52 %, ein leichter Rückgang). Zeitmangel bleibt auf dem dritten Platz (47 %).

Achim Weiß, IONOS-CEO, formuliert es so: „Wenn Zeit an Formalitäten draufgeht, fehlt sie bei Digitalisierungssprüngen. Für einfache, funktionierende Lösungen braucht es vor allem einen Bürokratie-Abbau – da ist die Politik gefordert.“

Im europäischen Überblick: Deutschland im Mittelfeld

Im Europa-Vergleich ist Deutschland (60 % mit eigener Website) hinter Großbritannien (81 %) deutlich abgeschlagen. Spanien, Frankreich und Italien bewegen sich mit jeweils um die 55 % auf ähnlichem Niveau wie deutsche Unternehmen.

Für Unternehmen bleibt die eigene Website zentral – nicht nur fürs Marketing, sondern ganz praktisch als digitale Visitenkarte und Schaltstelle für, tja, alles, was KI künftig leisten soll. Wer da schludert, bleibt in KI-Suchmaschinen praktisch unsichtbar.

Fazit: Die Lust auf digitale Innovationen wächst, doch viele Mittelständler brauchen sofort umsetzbare, bezahlbare Lösungen ohne Stolpersteine. IONOS verweist auf verschiedene Angebote – von KI-Website-Baukästen über smarte Telefonhelfer bis hin zu DSGVO-konformer Cloud-Infrastruktur.

Datenbasis: Online-Befragung von YouGov im Auftrag von IONOS, etwa 4.000 Entscheider:innen aus KMU (max. 250 Angestellte), Befragungszeitraum: Januar–März 2026.

Die Studie von IONOS und YouGov unterstreicht, dass deutsche KMU im Bereich Digitalisierung zwar aufholen, im internationalen Vergleich aber noch Nachholbedarf haben – vor allem gegenüber Großbritannien. Schwerpunkte der Investitionen sind IT-Sicherheit, Sichtbarkeit im Netz und zunehmend auch KI, die längst ernst genommen und budgetiert wird. Neu ist, dass verzwickte bürokratische Vorgaben stärker als die Kosten als Digitalisierungsbremse empfunden werden. Ergänzend zeigen aktuelle Recherchen: Viele Unternehmen würden Innovationsförderung und Bürokratieabbau begrüßen, fordern aber zusätzlich gezielte Weiterbildungen für Mitarbeitende, da technisches Know-how und Change-Kompetenzen im Umgang mit KI oft fehlen (vgl. etwa Artikel der Wirtschaftswoche und FAZ vom 10. und 11.06.2024). Der Deutschlandfunk berichtet zudem, dass KI-Lösungen auch im Mittelstand längst über Pilotprojekte hinaus Priorität haben, etwa im Bereich Automatisierung und Kundenmanagement. Zudem fordern Mittelständler, dass staatliche Digitalförderung weniger kleinteilig und zugänglicher werden muss, um konkrete Umsetzungsprojekte zu beschleunigen.

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