Masala warnt: Möglicher Bruch der Nato bei US-Angriffen auf Iran

Der Politikwissenschaftler Carlo Masala, Bundeswehr-Uni München, glaubt: Schlägt die US-Regierung wirklich gegen die zivile Infrastruktur im Iran los, kann die Bundesregierung sich ein taktvolles Schweigen nicht mehr erlauben. Masala hält das für einen möglichen Dammbruch der Nato.

heute 20:59 Uhr | 3 mal gelesen

Masala, der eigentlich selten zu Übertreibungen neigt, spricht offen eine Sorge aus, die in Berlin wie ein nervöses Flackern durch die Ministerien zieht: Sollte Donald Trump wahr machen, was er da angekündigt hat – gezielte Angriffe auf zivile Einrichtungen im Iran –, wäre das nach Masalas Ansicht nicht nur ein moralischer GAU, sondern auch ein Frontalangriff auf das fragile Bündnis-Verständnis der Nato. "Angriffe auf Zivilisten – das sind, nüchtern gesagt, Kriegsverbrechen", so Masala im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Klar, Fehler passieren in Kriegen, die Amerikaner sind nicht ohne Schattenseiten. Aber: Die Offenheit, mit der ein solches Vorgehen nun angekündigt würde, sei eine neue Qualität. Masala meint, spätestens dann müsste sich die deutsche Regierung absolut klar positionieren – ein bloßes "ruhig bleiben" wirke fehl am Platz. Sollte das passieren, sieht er ein echtes Zerreißpotenzial für das westliche Verteidigungsbündnis.

Carlo Masala betont, dass ein offenes Ankündigen von Angriffen auf zivile Ziele eine Eskalation darstellt, die nicht nur völkerrechtlich brisant, sondern auch politisch brandgefährlich für das Bündnis der Nato ist. Besonnenheit, wie sie die Bundesregierung bisher oftmals demonstriert, wäre bei dieser Schwelle nicht mehr tragbar – zu stark sei der Druck, sich klar gegen solche Kriegsverbrechen zu positionieren. Recherchen zeigen, dass in den letzten Tagen die Sorge vor einer weiteren Destabilisierung der Nato durch divergierende Interessen ihrer Mitgliedsländer gewachsen ist; viele Analysten sprechen inzwischen offen von einem historischen Bruchmoment, sollte es zu offenen, unverhohlenen Angriffen auf Zivilisten durch die USA kommen.

Schlagwort aus diesem Artikel