Fast hätte die Spannung diesen typischen zyprischen Sommerabend nicht retten können – doch dann kam die Meldung: Die konservative DISY sichert sich mit knapp 27 Prozent die meisten Stimmen bei der diesjährigen Parlamentswahl. Das Innenministerium veröffentlichte die Zahlen, als schon fast alles entschieden war. Direkt dahinter landeten die Linken von AKEL mit etwa 24 Prozent. Was mich überrascht hat: Die ultranationalistische ELAM brachte es plötzlich auf über zehn Prozent – da sieht man mal, wie sich das politische Klima verschiebt. Ebenfalls auffällig: Die Partei der Mitte, DIKO, rutschte auf zehn Prozent, während zwei kleine Gruppierungen, darunter eine ganz neue Bewegung rund um einen bekannten Youtuber, ihre Premieren feierten und direkt ins Parlament einzogen. Die Zyprerinnen und Zyprer zeigten mit 66 Prozent Wahlbeteiligung überraschend viel Engagement, zumindest angesichts der Politikmüdigkeit, die andernorts grassiert. Viel diskutiert wurde im Vorfeld übrigens das Thema bezahlbarer Wohnraum und die Migrationsfrage – zwei Baustellen, an denen Zypern knabbert. Obwohl die Macht beim Präsidenten liegt, dürfte dieses Ergebnis ein kräftiges Signal für das konservative Lager und Regierungschef Christodoulidis sein. Das Rennen ist ein Fingerzeig, wohin die Reise bis zu den Präsidentschaftswahlen 2028 geht. Ob der politische Wind wirklich so stark konservativ bleibt? Da bin ich mir unsicher – die neuen Kräfte im Parlament könnten einiges aufwirbeln.
Die Parlamentswahl in Zypern verstärkt die konservative Vorherrschaft: Die DISY wurde erneut stärkste Partei, während AKEL und insbesondere die rechte ELAM an Einfluss gewinnen. Präsident Nikos Christodoulidis, selbst unabhängig, profitiert indirekt vom konservativen Rückenwind, auch wenn er offiziell kein Parteimitglied mehr ist. Bemerkenswert: Neue Protestparteien konnten die politische Landschaft aufmischen. Die Wahl fand in einer angespannten Situation wegen steigender Lebenshaltungskosten, der Wohnungsnot und kontrovers diskutierter Migrationsfragen statt. Nach neuesten Informationen aus internationalen Quellen besteht weiterhin politischer Druck auf die Regierung, sozialpolitische und wirtschaftliche Reformen voranzutreiben. Die Erstarkung der rechtsextremen ELAM, aber auch der neue Fokus auf jüngere Wählerschichten durch die Digitalbewegung lösen angesichts wachsender Polarisierung und Sorgen vor Radikalisierung öffentliche Debatten aus.