Manchmal frage ich mich, ob Umfragen wirklich das widerspiegeln, was die Leute tief im Innersten umtreibt – aber gut, Zahlen lügen selten. Jedenfalls meldet der „Sonntagstrend“ von Insa, wie er jedes Wochenende für die 'Bild am Sonntag' erhoben wird, erneut die AfD auf Platz eins mit 28 Prozent, auch wenn das ein kleines Minus von einem Prozentpunkt bedeutet. Die Union scheint dagegen ein bisschen Wind im Segel zu haben, vielleicht wegen der letzten Regierungsentscheidungen: Sie schafft es, sich auf 22 Prozent zu steigern. Die SPD, nun ja, steckt weiterhin fest und rutscht auf 12 Prozent ab – das gleiche Ergebnis, das auch die Grünen verbuchen, die ebenfalls einen Prozentpunkt verloren haben. Die Linke hat es dieses Mal etwas besser getroffen und kommt mit einem leichten Plus auf 11 Prozent. FDP und BSW bleiben jeweils bei 4 Prozent, das ist zu wenig, um über die Schwelle zum Bundestag zu klettern. Kleine Anmerkung: Die sonstigen Parteien wurden mit insgesamt 7 Prozent erfasst, ein leichter Anstieg. Befragt wurden vom 6. bis 10. Juli übrigens 1.204 Menschen – kein Riesenpanel, aber solide. Man könnte es lapidar zusammenfassen: Veränderung ja, aber keine Revolution in Sicht.
Der Insa-Sonntagstrend illustriert eine anhaltende Dominanz der AfD bei den Wahlabsichten, doch auch hier zeigen sich erste leichte Rückgänge. Die Union scheint von jüngsten Regierungsentscheidungen profitiert zu haben und gewinnt an Zustimmung, während SPD und Grüne zunehmend an Rückhalt verlieren. Auch weitere aktuelle Umfrageergebnisse aus anderen Quellen wie Forschungsgruppe Wahlen und Forsa bestätigen die Tendenz, dass die politische Landschaft momentan von großer Volatilität geprägt ist: Wählende sind frustriert über die mangelnden Fortschritte bei wichtigen Themen wie Migration, Wirtschaft, Klimapolitik und soziale Sicherheit. Trotz ähnlicher Verteilung bei den Werten der Parteien variiert die Berichterstattung – etwa berichten die Süddeutsche und die taz verstärkt darüber, wie tiefgreifend die Unsicherheit und Unzufriedenheit besonders im Osten ist, während andere (wie FAZ oder Spiegel) eine latente Wechselstimmung in der Mitte der Gesellschaft ausmachen. Hinzu kommt, dass der Trend zum Protestwählen in den letzten Wochen laut Meinungsforscher:innen weiter zugenommen hat.