„Finanzielle Herausforderungen dürfen nicht dazu führen, dass ausgerechnet bei der Unterstützung von Familien gespart wird“, betont Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD mit Zuständigkeit für Familienpolitik, gegenüber dem "Spiegel". Reformen beim Elterngeld sieht sie durchaus als diskutabel, vor allem wenn dabei die Gleichstellung gestärkt werde – pauschale Kürzungen aber lehnt sie rigoros ab. Diese Position richtet sich sowohl an die Bundesfamilienministerin, als auch an den eigenen Parteikollegen Lars Klingbeil und den Finanzminister, dessen Sparkurs viele Ministerien betrifft. Für Schmidt ist klar: Das Elterngeld habe sich bewährt, denn es sorge für neue Spielräume in den ersten Monaten nach der Geburt – für Eltern und für mehr Gleichberechtigung. Natürlich, das Geld sitzt nicht locker, räumt sie ein. Trotzdem dürfe die Debatte nicht immer auf die Schwächsten zielen. Schmidt schlägt deshalb vor, Spitzenverdienende stärker zu belasten, um sozialen Rückhalt und Zukunftsinvestitionen abzusichern, statt Familien weiter unter Druck zu setzen. Parallel deutet Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach an, dass es nicht zu vermitteln sei, warum millionenteure Flugsteuerentlastungen wichtiger seien als die Förderung von Eltern und Kindern. Für ihn steht fest: Wer Familienpolitik zur Sparbüchse erklärt, denkt zu kurzfristig – und nimmt Schaden in Kauf, den noch Generationen spüren könnten. Übrigens, darüber ließe sich vermutlich eine belebte Debatte am Küchentisch führen: Was wiegt schwerer – ein günstigere Flugreise oder ein sicheres Fundament für Kinder?
Die SPD-Fraktion im Bundestag spricht sich deutlich gegen Einschnitte beim Elterngeld aus. Sie plädiert stattdessen für eine Umverteilung der Lasten zugunsten von Familien und eine stärkere Belastung der Besserverdienenden. Familienpolitik müsse zukunftsorientiert und stabil bleiben – und dürfe nicht zum kurzfristigen Konsolidierungsprojekt verkommen. Tatsächlich hat das Thema in den vergangenen 48 Stunden an Dringlichkeit gewonnen: Das Ausmaß der geplanten Sparmaßnahmen steht angesichts schwer kalkulierbarer Haushaltsdefizite weiterhin zur Debatte. In zahlreichen Stimmen aus Politik und Gesellschaft wird gefordert, familienpolitische Leistungen nicht weiter zu beschneiden. Auch verschiedene Medien betonen in aktuellen Analysen die Rolle des Elterngeldes für Chancengleichheit und gerechte Lastenverteilung.