Barrierefreie Wohnungen – Wohnungsbranche pocht auf gemeinsamen Kraftakt von Bund und Ländern

Die Bau- und Wohnungsbranche in Deutschland fordert von der Politik mehr Einsatz und Planungssicherheit für altersgerechten Wohnraum.

heute 14:23 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist schon ein bisschen absurd, wenn man ehrlich ist: Während in Deutschlands Städten immer mehr ältere Menschen über wackelige Schwellen oder in zu enge Duschen steigen, fehlen – nach Schätzungen des Spitzenverbands der Wohnungsunternehmen (GdW) – aktuell bereits über zwei Millionen barrierearme Wohnungen, und die Tendenz zeigt steil nach oben. Der GdW-Boss Axel Gedaschko bringt es auf den Punkt: Die bisherigen staatlichen Förderprogramme wirken wie Tropfen auf den heißen Stein – zu klein, zu zögerlich, vor allem im riesigen Mietwohnungsmarkt. Und klar, ein schicker neuer Haltegriff im Badezimmer nutzt keinem etwas, wenn der Mietpreis ohnehin abhebt und Senioren dann ausziehen müssen. Gedaschko sieht Barrierefreiheit keineswegs als Sahnehäubchen, sondern als Kern gesellschaftlicher Daseinsvorsorge, die Wohnen, Pflege und soziale Teilhabe zusammenhält. Die Bundesregierung verweist natürlich auf ihre bisherigen Schritte. Die Union lässt sich nicht lumpen und betont, sie habe die Wiedereinführung der Förderung für barrierefreie Umbauten (KfW-Programm) durchgesetzt, fünfzig Millionen Euro sollen dafür im Jahr 2026 bereitstehen. Das ist aber – nach Ansicht vieler – schlicht zu wenig. SPD-Vertreter geben immerhin zu, dass Nachholbedarf besteht und sie den Fördertopf schrittweise aufstocken wollen, verweisen aber auf bürokratische Stolperfallen (wie die oftmals absurde Rückbaupflicht), die Modernisierer abschrecken. Für die Grünen reicht der Kurs der Regierung hinten und vorne nicht: Sie machen Druck für eine dauerhafte Förderung mit mindestens 150 Millionen jährlich und fordern klare Verhältnisse, damit nicht wieder alles an der Unsicherheit von morgen scheitert. Laut Wohnbauministerium sind rund 60 Prozent der aktuell geförderten Neubauwohnungen bereits barrierefrei – im Bestand gäbe es aber noch riesige Baustellen. Mal ehrlich: Wer je versucht hat, die eigene Oma in ihrer alten Wohnung sitzen zu lassen, weiß, wovon die Branche spricht. Und so verwundert es eigentlich nicht, dass die Diskussion mittlerweile die politische Mitte und das Alltagsleben der Menschen erreicht hat – und ein bisschen mehr Tempo nicht schaden könnte.

Der Streit um bezahlbare und altersgerechte Wohnungen spitzt sich zu: Das derzeitige Fördervolumen reicht laut Branchenverband GdW bei weitem nicht aus – es werden bereits jetzt mehrere Millionen barrierefreie Wohnungen für Ältere vermisst. Union, SPD und Grüne streiten über finanzielle Mittel und beklagen rechtliche Hemmnisse; das zuständige Ministerium lobt zwar Fortschritte im Neubau, sieht aber großen Nachholbedarf beim Bestand. Aus aktuellen Berichten wird deutlich: Der demografische Wandel und steigende Wohnkosten machen das Thema zur zentralen sozial- und baupolitischen Herausforderung. Durch zusätzliche Recherche lässt sich ergänzen: Derzeit erschweren hohe Baupreise und lange Genehmigungsverfahren dringend benötigte Umbauten oder Neubauten für altersgerechtes Wohnen in vielen deutschen Kommunen. Bundesweit gibt es zahlreiche Initiativen und Modellprojekte, die regional schon jetzt zeigen, dass innovative Mehrgenerationenhäuser, technische Assistenzsysteme und flexible Förderprogramme wirken können – wenn sie denn mit ausreichend Budget und Durchhaltevermögen ausgestattet werden (vgl. taz, Zeit, FAZ). Außerdem signalisiert die Politik, dass zukünftige Bauvorschriften und Förderrichtlinien stärker auf die Bedürfnisse älterer Mieter zugeschnitten werden sollen.

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