Es gibt Nachrichten, da bleibt einem fast die Spucke weg: Laut einer frischen, bisher noch nicht in aller Breite veröffentlichten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schieben ungefähr 20 Prozent der deutschen Betriebe sämtliche Investitionen auf Eis. Die "Welt am Sonntag" hat schon einen Blick in den Bericht werfen dürfen. Knapp tausend Unternehmen, bunt gemischt aus verschiedenen Branchen, gaben Auskunft. Immerhin: Wer investiert, macht das überwiegend im eigenen Land – vielleicht auch mangels anderer Möglichkeiten, sagen die Analysten des IW. Auffällig ist dieses langanhaltende Tief, das inzwischen zur schwersten Investitionsflaute in Deutschland geworden ist. Die Gründe? Die Unternehmen listen sie fast schon wie eine Einkaufsliste auf: Hohe Arbeitskosten (ganze 77 Prozent nicken dazu), ordentlich Regulierung (69 Prozent), hohe steuerliche Belastung (66 Prozent) und nicht zu vergessen die Energiekosten (65 Prozent). Klar, die geopolitische Lage – Stichwort Ukraine, Nahost oder China – wirft auch ihre langen Schatten, aber im Kern sehen die Macher der Studie das Problem viel tiefer im deutschen System verankert. Interessanter Nebenaspekt: Während sich insbesondere kleinere Firmen gezwungenermaßen vor Ort engagieren, sind es die großen Konzerne, die zunehmend im Ausland investieren. Da kann man schon mal das Gefühl bekommen, der Standort Deutschland schwimmt nur so eben an der Wasseroberfläche mit.
Rund ein Fünftel der deutschen Unternehmen lässt Investitionen aktuell komplett sein – das ergibt eine umfangreiche Umfrage des IW unter etwa 1.000 Firmen. Hauptsächlich bremsen die deutsche Wirtschaft dabei teure Arbeitskräfte, wachsende Bürokratie, hohe Steuern sowie steigende Energiepreise; geopolitische Turbulenzen werfen ebenfalls Schatten auf die Investitionsbereitschaft, sind aber nicht der Hauptgrund. Was viel schwerer wiegt: Die Krise wird durch grundlegende Standortprobleme angetrieben, was besonders kleinere Unternehmen am deutschen Markt bindet, während internationale Großunternehmen ihr Kapital lieber ins Ausland verlagern.
Ergänzend berichten zahlreiche Medien aktuell über die fragile Lage der deutschen Wirtschaft. Die Süddeutsche Zeitung konstatiert eine anhaltende Unsicherheit bezüglich der Konjunkturentwicklung, da die geplanten Investitionen weit hinter den Vorkrisenniveaus zurückbleiben (https://www.sueddeutsche.de/). Zeit Online beschreibt, wie gerade der Mittelstand unter den politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten leidet und Investitionen zunehmend auf Eis legt (https://www.zeit.de/). Auch die FAZ hebt hervor, dass deutsche Schlüsselbranchen durch veränderte Energiepreise und regulatorische Eingriffe im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Zugzwang geraten und Investitionsentscheidungen verzögern oder verlagern (https://www.faz.net/).