Darüber hinaus kritisiert der DStGB die Detailversessenheit bei Personalregeln in Krankenhäusern: Die teils strikten Vorgaben, von Pflegepersonaluntergrenzen bis hin zum Pflegequotienten, sind nach Meinung des Verbandes nicht mehr zeitgemäß. Auch neue Instrumente zur Bemessung des Personalbedarfs – etwa wie sie von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Pflegerat und Verdi vorgeschlagen wurden – werden kritisch gesehen.
Berghegger warnte gegenüber den Funke-Zeitungen: "Wenn die Einsparungen weiterhin vor allem den Klinikbereich treffen, droht ein sich beschleunigender Strukturwandel, den wir als ‘kalten’ Wandel bezeichnen – chaotisch, ungeplant, mit Folgen für die Versorgungssicherheit. Es braucht stattdessen einen verantwortungsvollen Transformationsprozess." Er befürchtet, dass sich die ohnehin angespannte finanzielle Lage vieler Kommunen durch die Reform weiter zuspitzen könnte.
Kurz gesagt ist die zentrale Sorge des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, dass mit der beschlossenen GKV-Reform erhebliche zusätzliche Kosten auf die Kommunen zukommen. Insbesondere beklagt der Verband, dass Krankenhäuser durch den Wegfall von Schutzmechanismen vor steigenden Kosten und durch restriktive Personalvorgaben unter massiven Druck geraten könnten – zu Lasten der kommunalen Haushalte und möglicherweise der Versorgungssicherheit.
Neuerdings berichten verschiedene Medien verstärkt über Finanzierungsprobleme im Gesundheitssektor: So hat die Ampel-Regierung nach viel Streit eine umfassende Klinikreform beschlossen, die allerdings sofort nach der Verabschiedung auf breite Kritik stößt, unter anderem wegen unklarer Finanzierungswege und drohender Klinikschließungen (Quelle: Spiegel). Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft und weitere Branchenvertreter fordern, dass Bund und Länder die Finanzierung der Klinik-Infrastruktur sichern und Tarifsteigerungen vollständig übernehmen, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten (Quelle: Zeit). Die FAZ hebt zudem hervor, dass viele Kliniken bereits jetzt in eine finanzielle Schieflage geraten sind, was auch mit den steigenden Kosten für Personal und Energie zu tun hat; Kommunen sehen sich daher nicht nur als Betreiber, sondern auch als Retter gefordert (Quelle: FAZ).