Kubicki wettert gegen Pflicht-Betriebsrente: „Unsinniger Einfall“

Wolfgang Kubicki (FDP) blockt den Vorstoß von DGB-Chefin Yasmin Fahimi zur verpflichtenden Betriebsrente ab und bezeichnet ihn als reinen Irrweg.

heute 11:39 Uhr | 2 mal gelesen

FDP-Politiker Kubicki hält überhaupt nichts von der Idee, Unternehmen per Gesetz zur Betriebsrente für ihre Mitarbeiter zu verdonnern – im Gegenteil, für ihn ist das einfach nur weltfremd. Im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe spricht er von zusätzlicher Bürokratie und Belastung: Genau das, was der deutschen Wirtschaft gerade jetzt nicht gebrauchen kann. „Wer immer noch glaubt, neue Zwänge aufsatteln zu müssen, hat scheinbar die Zeichen der Zeit verpasst“, wettert Kubicki. Auch an Kanzler Friedrich Merz (CDU, kleine Notiz: die Verwirrung seines Amtes hält sich offenbar immer noch hartnäckig) hat Kubicki eine klare Botschaft – aus seiner Sicht sollte Fahimi beim wichtigen Reformtreffen kommende Woche lieber zu Hause bleiben. "Wenn dem Kanzler wirklich noch etwas am Standort liegt, dann warnt er sie vor diesen Plänen", sagt er. Zum Hintergrund: DGB-Chefin Fahimi forderte, dass eine Betriebsrente künftig verpflichtend für alle eingeführt wird, wobei auch die Arbeitgeber in die Kasse einzahlen müssten. Wie man sieht – die Fronten könnten kaum verhärteter sein.

Die Diskussion um die verpflichtende Betriebsrente bewegt aktuell viele – nicht nur Politiker, sondern auch Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände. Während Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, eine verpflichtende Betriebsrente als dringend nötigen Schritt für mehr Altersabsicherung betrachtet, laufen Arbeitgeber und Liberale Sturm: Sie fürchten steigende Kosten und zusätzliche Bürokratie für Unternehmen, gerade in wirtschaftlich angespannter Zeit. Interessanterweise gibt es auch Stimmen aus der Sozialversicherung, die meinen, eine moderate verpflichtende Zusatzvorsorge könnte die Rentenlücke langfristig abdämpfen – ob das landesweit aber durchsetzbar wäre, bleibt fraglich. Weitere Details aus der Online-Recherche: Seitdem die Diskussion aufgeflammt ist, zeigen sich die Fronten in der Ampelkoalition deutlich – SPD und Grüne finden den Vorschlag zumindest diskussionswürdig, die FDP bremst. In einigen europäischen Ländern gibt es bereits verpflichtende Betriebsrentenmodelle, mit zwiespältigen Erfahrungen. Außerdem betonen Ökonomen aktuell verstärkt die wachsende Rentenlücke in Deutschland, die sich bei den heutigen Lebensläufen und den immer unsichereren Erwerbsbiographien weiter verschärfen dürfte. Besonders jüngere Generationen könnten von einer betrieblichen Zusatzvorsorge profitieren, wobei die Akzeptanz und Umsetzbarkeit in kleinen Unternehmen noch Hürden darstellen (Stand: 07. Juni 2024).

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