Der Bevölkerungsschutz in Deutschland steht vor einem Wendepunkt. Klimatische Veränderungen, heftiger werdende Wetterextreme, geopolitische Unsicherheiten und der Mangel an Einsatzkräften zwingen die Feuerwehren zum Umdenken. Fast jede Gemeinde im Land kriegt diesen Wandel schmerzhaft zu spüren. Es wird Zeit, meinen viele, die Köpfe zusammenzustecken statt im Alleingang zu agieren. Die Fachverbände rund um Brandschutz und Feuerwehr – darunter die vfdb, der DFV, die AGBF sowie der WFVD – haben deshalb eine Initiative für eine engere, strategische Partnerschaft ausgerufen. Das Ziel: Ressourcen bündeln, Wissen teilen und mit einer lauteren Stimme argumentieren. Der erste Aufschlag wird eine gemeinsame Strategieentwicklung sein, ganz pragmatisch, aber auch mit viel Innovationsgeist. Die Verantwortung wiegt schwer; schließlich geht es nicht bloß um Konzepte, sondern um die reale Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger – heute wie morgen.
Die sogenannte Hannoveraner Erklärung markiert den Auftakt. Für DFV-Chef Karl-Heinz Banse bedeutet sie nicht weniger als „die Basis für die Zusammenarbeit für das Wohl der Bevölkerung“. Dirk Aschenbrenner (vfdb) sieht darin eine Chance, fachliches Know-how und Pioniergeist zu bündeln. Berufsfeuerwehren wollen ihre Expertise zielgerichtet einbringen – vor allem, wenn es um den klugen Einsatz knapper Ressourcen geht, betont Jochen Stein (AGBF). Auch die Werkfeuerwehren – oft an neuralgischen Punkten wie großen Industriebetrieben aktiv – signalisieren Rückenwind. Deren Chef Martin Wilske unterstreicht: „Nun können wir gemeinsam den Bevölkerungsschutz der Zukunft formen.“
Kontakt für Rückfragen ist Tim Spießberger (vfdb-Pressesprecher).
Die führenden deutschen Feuerwehr-Fachverbände kündigen im Rahmen der Interschutz in Hannover eine tiefere, strategische Kooperation an, um den enormen, vor allem durch den Klimawandel und gesellschaftlichen Wandel bedingten Belastungen für den Bevölkerungsschutz zu begegnen. Im Zentrum steht der Aufbau gemeinsamer Strukturen, die Bündelung von Ressourcen und das Ziel, in Zukunft geschlossen aufzutreten – eine Notwendigkeit, angesichts zunehmender Wetterkatastrophen, schwindender Helferzahlen und geopolitischer Unsicherheiten. Ganz aktuell berichten Medien, dass der Austausch über Bundesländergrenzen hinweg intensiviert werden soll, etwa bezüglich Digitalisierungsprojekten und Standards für den Katastrophenschutz; zudem rückt die Forderung nach einer besseren finanziellen sowie regulatorischen Unterstützung durch die Bundesregierung verstärkt in den Fokus, da flächendeckende Modernisierung und Nachwuchsgewinnung zunehmend zu einer Überlebensfrage des deutschen Feuerwehrwesens werden.