Die ARD strahlt im Juli eine zweiteilige WDR-Dokumentation mit dem Titel „Deutsch. Jüdisch. Sicher? Maccabiah – Sportfest im Krieg“ aus. Die Reporterinnen und Reporter waren über fast drei Jahre hinweg, seit dem Hamas-Angriff auf Israel 2023, „hautnah“ bei vier Sportlerinnen und Sportlern des jüdischen Verbands Makkabi Deutschland. Immer wieder spitzen sich die Konflikte im Alltag zu – etwa wenn der technische Leiter Ariel Leibovici beschreibt, wie unberechenbar die Situation in Deutschland für ihn sei: Er schildert, dass jüdische Identität im Alltag kaum sichtbar und sicher gelebt werden kann.
Vieles wirkt belastend: Fast alle jüdischen Sportevents hierzulande benötigen bewaffneten Schutz. Immer wieder zieht sich das Thema Verunsicherung, Ausgrenzung und Identitätskampf wie ein roter Faden durch die Szenen der Doku. Neben dem Sport stehen dabei Grundsatzfragen im Vordergrund—etwa, ob man wegen der politischen Situation die eigene Herkunft und Religion überhaupt noch zeigen möchte oder kann. Die Tischtennisspielerinnen Lisa Michajlova und Hannah Stolyar berichten ehrlich davon, dass sie von Kindesbeinen an auf Übergriffe vorbereitet wurden—Alarmübungen, Polizeischutz inklusive. Michajlova zieht zudem den bitteren Vergleich: Sie schläft trotz Raketenangriffen in Tel Aviv oft ruhiger als in Deutschland.
Die Dokumentation liefert Einblicke, die manchmal wehtun: Zwischen Zugehörigkeit und Angst, Sport und Politik, Hoffnung auf Gemeinschaft und dem Zwang, sich im Alltag zu verstecken, schwanken die Protagonistinnen. Mehr als 5.000 jüdische Sportler:innen aus rund 66 Ländern werden Ende Juni bis Mitte Juli 2026 zur Maccabiah erwartet. Bemerkenswert: 2025 war das Event wegen des Iran-Krieges ausgefallen, das diesjährige ist ein Symbol des Zusammenhalts.
Die Reportage stammt von Ann-Christin Herbe und Marc Schlömer, produziert von Banijay Productions Germany. Für den WDR waren Sophie Schulenburg und Jochen Leufgens verantwortlich. Fotomaterial und weitere Infos gibt es unter www.ard-foto.de.
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Die aktuelle WDR-Dokumentation rückt die persönlichen Geschichten von vier Mitgliedern von Makkabi Deutschland in den Mittelpunkt, die sich inmitten gesellschaftlicher Spannungen und wachsendem Antisemitismus auf die Maccabiah 2026 in Israel vorbereiten. Neben grundlegenden Fragen nach Sicherheit und Zugehörigkeit skizziert sie die Gratwanderung zwischen Stolz auf die eigene Herkunft und dem Bedürfnis nach Schutz. Die Berichterstattung zu jüdischem Leben und Antisemitismus in Deutschland ist aktuell geprägt von einer Zunahme antisemitischer Vorfälle, verstärktem Sicherheitsbedürfnis bei jüdischen Veranstaltungen und einer ambivalenten Debatte unter jüdischen Deutschen zur Frage, wie offen sie ihre Identität leben wollen. Hintergrund ist die jüngste Zuspitzung im Nahost-Konflikt, insbesondere nach den Angriffen auf Israel im Oktober 2023, die nicht nur politische, sondern auch sehr persönliche Folgen für Jüdinnen und Juden in Deutschland sowie weltweit haben. Die Dokumentation setzt dabei bewusst auf die ehrlichen Stimmen der Beteiligten, die im Sog zwischen Sport, Gemeinschaftssinn, Trauma und gesellschaftlicher Ausgrenzung nicht immer eindeutige Antworten auf ihre Fragen finden.