Dudenhöffer plädiert für Abschied von der 35-Stunden-Woche bei Volkswagen

Angesichts der angespannten Lage in der deutschen Autoindustrie fordert Ferdinand Dudenhöffer eine Rückkehr zu längeren Arbeitszeiten bei VW.

heute 01:02 Uhr | 3 mal gelesen

Hohe Produktionskosten belasten die Automobilbranche – und Ferdinand Dudenhöffer, Gründer des CAR-Instituts, liefert dazu einen unkonventionellen Vorschlag: Bei Volkswagen sollte die aus Zeiten des Booms stammende 35-Stunden-Woche gestrichen und auf 40 Stunden erhöht werden, ohne dass die Bezahlung steigt. Er verweist darauf, dass dieses Modell bereits bei Mercedes heiß diskutiert wird. Die Belegschaft, so Dudenhöffer, müsse Opfer bringen, um die Zukunft der Branche zu sichern. "Tarifautonomie mal für ein paar Jahre aussetzen? Klingt verrückt, aber vielleicht brauchen wir gerade das", merkt er lakonisch an. Dudenhöffer sieht schwere Zeiten voraus, hält jedoch einen Aufschwung mittelfristig für möglich. Die deutschen Autobauer hätten sich seiner Ansicht nach strategisch gut positioniert – bestes Beispiel sei die Marke Skoda im VW-Konzern, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zeige. Das gern erzählte Narrativ von verschlafener E-Mobilität in Deutschland will er nicht gelten lassen: VW sei Pionier beim Aufbau reiner Elektroauto-Werke in Europa gewesen. Für die Probleme gibt er den unsicheren politischen Rahmenbedingungen die Schuld, nicht den Unternehmen selbst. „Wie soll man mit solchen Schlenkern vernünftig investieren?“, fragt er kritisch. Aktuell meldete Volkswagen erneut einen deutlichen Absatzrückgang – fast neun Prozent weniger Verkäufe im zweiten Quartal 2026. Im Konzern kursieren dramatische Sparpläne, von Werkschließungen bis hin zum drohenden Abbau von über 100.000 Stellen. Einigung? Fehlanzeige – die Entscheidung stagniert, Proteste nehmen zu. Für Dudenhöffer zeigt das: Anhaltende Unsicherheit, die niemandem nützt, am allerwenigsten den Beschäftigten oder den Investoren.

Dudenhöffer fordert angesichts von Kostendruck und sinkenden Verkaufszahlen eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche bei VW, ohne Lohnausgleich. Er sieht die deutschen Autohersteller grundsätzlich modern aufgestellt – insbesondere lobt er Skoda als positives Beispiel im Konzern. Der Experte hält es für falsch, allein den Firmen die Schuld für schlechte Ergebnisse zu geben; vielmehr fehle Planungssicherheit, weil politische Rahmenbedingungen zu oft wechselten. VW leidet laut aktuellen Zahlen weiter unter rückläufigen Absätzen und prüft drastische Sparmaßnahmen, doch der Konzernaufsichtsrat konnte sich bislang weder auf die Schließung von Werken noch auf den Stellenabbau einigen. In der öffentlichen Diskussion betonen auch andere Experten die Notwendigkeit für einen klaren Kurs der Politik – so berichtet beispielsweise die Süddeutsche Zeitung, dass auch bei Mercedes-Benz ähnliche Arbeitszeitmodelle angedacht werden, während die Gewerkschaften scharf kritisieren, dass längere Arbeitszeiten keine nachhaltige Lösung für strukturelle Probleme der Industrie seien. Laut Zeit Online stellt sich zudem die Frage, ob kurzfristige Einschnitte tatsächlich entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Autoindustrie sind, oder ob umfassendere Investitionen in neue Technologien und Märkte wichtiger wären.

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