So, wie das manchmal läuft: Kaum hatte man sich gemütlich hingesetzt, da knallte der Ball schon zum 1:0 für Spanien in die Maschen – Fabián Ruiz profitierte von Courtois’ missglücktem Abwehrversuch nach einem Schuss von Olmo (30. Minute). Belgien ließ sich davon erstaunlich wenig beeindrucken, erhöhte das Risiko und glich schon in der 41. Minute aus: Castagne flankte, De Ketelaere netzte per Kopf ein. Der Fußballgott, so schien’s für einen Moment, hatte Freude an Überraschungen. Nach dem Seitenwechsel wuchs der Druck auf beiden Seiten, wobei Spanien mehr investierte und Belgien auf gefährliche Konter lauerte. Die erlösende Entscheidung kam mal wieder spät: In der 88. Minute stochert Merino – der erst kurz zuvor eingewechselt worden war – den Ball nach einem abgeprallten Schuss von Cubarsí zum 2:1 über die Linie. Kleiner Nachsatz am Rande: Spanien steht im Halbfinale, das nächste Kapitel wird gegen Frankreich aufgeschlagen.
Spanien sichert sich mit einer konzentrierten Leistung und späten Nervenstärke den Halbfinaleinzug der Fußball-WM, nach einem Match, das an Spannung wenig zu wünschen übrig ließ. Belgien, das trotz Rückstand nie aufgab, musste sich am Ende doch geschlagen geben. Währenddessen diskutieren Experten kontrovers über Spaniens unaufgeregten, aber effektiven Stil – mancher sieht darin die Rückkehr zu alter Souveränität, andere vermissen den Zauber vergangener Tage. Laut aktuellen Berichten verstärkt Spaniens Youngster Nico Williams mit seinem Tempo und Mut die offensive Variabilität, was ihnen im weiteren Turnierverlauf helfen könnte. Zudem sorgt der Austragungsort des Halbfinals – Dallas bei knapp 40 Grad – schon jetzt für Diskussionen über faire Spielbedingungen und die Belastung der Spieler.