Es sei höchste Zeit, sagte Wadephul im Interview mit dem 'Tagesspiegel', eine abgestimmte Linie zwischen Deutschland und Frankreich für den Libanon zu entwickeln. Damit wolle man aktiv daran arbeiten, die aktuelle Dynamik im Nahen und Mittleren Osten in Richtung Frieden zu verschieben – ein Vorhaben, das nicht ohne Tücken ist. Wadephul zeigte sich überzeugt: Gerade angesichts der angespannten Situation und der zunehmenden Eskalation müsse man jetzt ernsthafte diplomatische Versuche wagen. Die Bundesregierung halte den Zeitpunkt für günstig, sowohl bei den Iran-Verhandlungen als auch beim Ukraine-Konflikt. Beide Auseinandersetzungen, so sein persönlicher Eindruck, ließen sich ohnehin nicht mit Waffen, sondern bestenfalls am Verhandlungstisch beenden. Interessanterweise deute vieles darauf hin, dass etwa die jüngsten russischen Angriffe Zeichen eines letzten Kraftaufwands seien – vielleicht, um zum bevorstehenden Nato-Gipfel Stärke zu markieren. Ähnlich sehe es bei Iran aus. Der Minister hob zugleich hervor, dass die jüngst auf dem Nato-Gipfel beschlossene Finanzhilfe für die Ukraine eine deutliche Botschaft an den Kreml sei: Durchhalten ist möglich, und Putin solle sich auf ernsthafte Gespräche einstellen.
Wadephul positioniert sich mit neuen deutsch-französischen Initiativen klar zugunsten diplomatischer Lösungen für den Libanon und andere Krisenherde. Das Timing sieht die Bundesregierung als ideal, um die aktuellen Kriege nicht ausbluten zu lassen, sondern auf Verhandlungen zu drängen. Aktuelle politische Berichte, etwa von der FAZ und Spiegel, betonen ebenfalls die Dringlichkeit multipolarer Vermittlung und sehen die Ukraine- und Nahostfrage zunehmend verknüpft; interessante Nuance: Auch andere EU-Staaten beginnen, sich stärker in die diplomatischen Prozesse einzubringen.