Sie wünscht ihm „das richtige Team und kräftigen Rückenwind“. Obwohl sie 2021 der aktiven Bundespolitik den Rücken kehrte, verfolge sie das Parteigeschehen mit wohlwollender Neugier. Kubicki bewirbt sich auf dem FDP-Bundesparteitag im Mai als Nachfolger von Christian Dürr, wie er selbst unlängst erklärte. Interessant: Er möchte bekannte weibliche FDP-Köpfe einbinden – etwa Linda Teuteberg, vielleicht auch Suding selbst; außerdem setzt er auf Maria Westphal sowie Susanne Seehofer, die Tochter des früheren CSU-Chefs.
Spannung gibt es schon jetzt: Aus Nordrhein-Westfalen will Landes- und Fraktionschef Henning Höne ebenfalls kandidieren. Eine Kampfkandidatur bahnt sich an.
Der innerparteiliche Wettstreit um den künftigen FDP-Vorsitz bringt Bewegung in die Partei. Suding, die sich 2021 aus der Spitzenpolitik zurückgezogen hat, bringt – mit einer Mischung aus Distanz und Sympathie – die Hoffnungen vieler altgedienter Mitglieder auf einen frischen Neuanfang zum Ausdruck. Kubickis strategisches Ziel, bekannte und neue weibliche Gesichter stärker einzubinden, dürfte nicht nur innerparteilich, sondern auch gesellschaftlich Beachtung finden; gleichzeitig verdeutlicht die Gegenkandidatur von Höne, dass sich ein Richtungsstreit abzeichnet, der über die Personalfragen hinaus auch die zukünftige Linie der Partei betrifft. Durch aktuelle Recherchen zeigt sich: Seit den Wahlverlusten bei der Europawahl steht die FDP unter massivem Druck, sich zu erneuern. Verschiedene Stimmen fordern einen klareren Kurs bei Digitalisierung, sozialer Marktwirtschaft und Bürgerrechten. Zudem steht die Partei durch Koalitionsstreitigkeiten im Bund stark unter Beobachtung – viele FDP-Mitglieder drängen auf ein eigenständigeres Profil und fragen, ob Kubicki als Vorsitzender tatsächlich eine Erneuerung verkörpern kann oder doch eher für das 'Weiter so' steht.