Joschka Fischers Warnung: CDU und AfD? Ein riskantes Spiel

Joschka Fischer, früherer Außenminister und langjähriges Gesicht der Grünen, äußert ernsthafte Bedenken gegen CDU-Kooperationen mit der AfD.

heute 08:22 Uhr | 5 mal gelesen

Im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ deutete Joschka Fischer relativ unverblümt an, dass es in der CDU durchaus Stimmen geben könnte, die eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ausschließen. Das Thema werde seiner Ansicht nach sogar hinter den Kulissen diskutiert, ein offenes Geheimnis quasi. Aber Fischer ist überzeugt: Eine Koalition mit der AfD markiere das Ende der CDU, sie würde daran zerbrechen – mit Folgen, die weit über Parteigrenzen hinausgingen. Interessanterweise zog er den Vergleich zur Democrazia Cristiana in Italien, eine Partei, die einst staatstragend war und dann im Politsumpf unterging. Eine mahnende Geschichte, die, wie Fischer meint, auch CDU-Anhänger wachrütteln sollte. Ob er CDU-Boss Friedrich Merz glaube, wenn der Abstand zur AfD betont? Da zeigt Fischer sich überraschend zuversichtlich – zumindest für den Moment. Was ihm besonders Sorgen macht: Die AfD gewinnt laut Umfragen zunehmend an Boden, und Fischer malt düstere Szenarien. Sollte die AfD tatsächlich Regierungsämter erlangen, sei das eine echte Gefahr für die Demokratie in Deutschland. Das internationale Standing der Bundesrepublik, so Fischer, käme ins Wanken. „Renationalisierung“ nennt er eine der aktuell größten politischen Herausforderungen, und sieht im europäischen Kontext sogar für ganze Kontinente schwarz, sollten Nationalisten in Schlüsselländern an die Macht kommen. Ob er selbst noch in Deutschland leben wolle, sollte es einen AfD-Kanzler geben? Fischer zuckt metaphorisch mit den Schultern – er weiß es schlicht nicht: „Ein Bundeskanzler von der AfD wäre schon eine harte Nummer." Besonders drastisch sieht er ein mögliches Regierungsamt der AfD in ostdeutschen Bundesländern. Fischer findet es regelrecht beängstigend, etwa an einen AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt zu denken – nicht wegen Fantastereien, sondern aus sehr realen Gründen. Eine solche Regierung, meint er, würde die Unabhängigkeit von Gerichten und die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr bringen, zentrale Stützpfeiler der Demokratie. Die Warnung ist deutlich: Sollte ein Bundesland tatsächlich so wählen, wie Umfragen es heute zeigen, bekämen nicht nur die Menschen dort die Folgen zu spüren – es träfe uns alle und hätte Folgen für das Bild Deutschlands im Ausland. Fischer bringt es auf den Punkt: "Dann fragen sich unsere Nachbarn: Haben die Deutschen jetzt endgültig den Verstand verloren?" Wer sich an Fischer erinnert: Zwischen 1998 und 2005 saß er als Außenminister und Vizekanzler in der ersten rot-grünen Bundesregierung, sein politischer Anfang lag als Umweltminister in Hessen.

Joschka Fischer äußert deutliche Warnungen an die CDU, sich auf keine Zusammenarbeit mit der AfD einzulassen, da dies die Partei zerreißen und das demokratische Gefüge Deutschlands gefährden könne. Besonders im Hinblick auf steigende Umfragewerte der AfD warnt er vor möglichen innen- und außenpolitischen Konsequenzen, bis hin zur Infragestellung des internationalen Ansehens Deutschlands. Fischer zieht historische Vergleiche, zeigt sich bei manchen Fragen nachdenklich und bleibt grundsätzlich bei seiner klaren Haltung, dass eine Koalition oder Zusammenarbeit mit der AfD keinesfalls stattfinden dürfe. Ergänzend zeigen aktuelle Entwicklungen: Die landespolitische Lage in Ostdeutschland bleibt angespannt. Die Ministerpräsidenten der demokratischen Parteien lehnen trotz Drucks jede Koalition mit der AfD weiterhin ab, wie aus einem Bericht der „FAZ“ hervorgeht. Die AfD nutzt die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, um Stimmung zu machen, doch zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen reagieren mit Protesten gegen einen weiteren Rechtsruck. Unterdessen betonen Stimmen aus Wirtschaft und Wissenschaft die Gefahren für den Innovationsstandort Deutschland, sollte die AfD mehr Einfluss erlangen – insbesondere angesichts ihrer programmatischen Skepsis gegenüber der internationalen Zusammenarbeit in Forschung und Wirtschaft.

Schlagwort aus diesem Artikel