„Ich plädiere wirklich dringend für einen Gewerbediesel – und zwar nach dem Muster des Agrardiesels“, äußerte Dittrich am Dienstag gegenüber ‚T-Online‘. Der Clou: Unternehmen könnten dann, ähnlich wie Landwirte, zumindest bei Diesel von steuerlichen Vorteilen profitieren. Dittrich betont, die Wirtschaft stecke gerade in einer enormen Schieflage – ihre Belastungsgrenze sei erreicht, vielleicht sogar schon überschritten. Die Energiepreise steigen, Öl und Sprit sind kaum noch zu stemmen, sagt er – das alles wegen der angespannten Lage im Nahen Osten. Im Vergleich zur Ukraine-Krise sei der aktuelle Preisschock noch heftiger und mache sich buchstäblich in allen Winkeln des Handwerks bemerkbar. "Transporter, Maschinen, tägliche Fahrten – für viele Betriebe gibt’s da gar keinen Spielraum mehr", fügt Dittrich fast resigniert hinzu. Sein Vorschlag kommt nicht von ungefähr: Beim Agrardiesel bekommen Bauern einen Teil der gezahlten Steuer wieder, quasi als Überlebenshilfe. Und wenn’s nach Dittrich geht, sollte so ein Nachlass auch für Handwerksbetriebe drin sein, besonders für jene mit viel Fahrerei. Schon heute, so warnt er, nutze die Unternehmenswelt jede Möglichkeit zur Kosteneinsparung: "Keiner wartet ab, alle reagieren, streichen Angebote, kündigen Aufträge – es ist beinahe schon reflexhaft." Dringender Appell also: die Regierung soll endlich prüfen, wie Gewerbediesel steuerlich entlastet werden kann.
Jörg Dittrich, Spitzenvertreter des deutschen Handwerks, fordert eine steuerliche Entlastung für jene Unternehmen, die täglich auf Diesel-Fahrzeuge angewiesen sind. Als Vorbild nennt er das Agrardiesel-Privileg, bei dem landwirtschaftlichen Betrieben ein Teil der Steuern rückerstattet wird; das soll nun aufs Handwerk ausgeweitet werden, um angesichts explodierender Energiepreise Entlastung zu bringen. Die aktuelle Preisexplosion sei in ihren Folgen laut Dittrich sogar gravierender als in der Ukraine-Krise – mittlerweile ziehen Betriebe reihenweise Angebote zurück und streichen Vorhaben, um wirtschaftlich zu überleben.
Ein genauer Blick auf die neuesten Berichte großer Medien zeigt: Viele Branchen, nicht nur das Handwerk, schlagen wegen der Energiepreise Alarm. Der Handwerksverband sieht die Existenz mittelständischer Unternehmen gefährdet und ist nicht allein mit dieser Einschätzung. Erst vergangene Woche war auch aus der Politik zu hören, dass sich Deutschland auf eine längere Phase hoher Sprit- und Ölpreise einstellen müsse – und bisher sei leider keine Lösung in Sicht, die gezielt den besonders betroffenen Klein- und Mittelbetrieben helfen könnte.