Dobrindt sieht Social-Media-Verbote für Kinder skeptisch

Alexander Dobrindt (CSU) äußert Bedenken, ob ein gesetzliches Verbot sozialer Netzwerke für Kinder tatsächlich praktikabel wäre.

25.05.26 01:02 Uhr | 45 mal gelesen

„Ein pauschales Verbot? Das klingt auf dem Papier unkompliziert, ist aber in der Realität alles andere als leicht umsetzbar“, betont Dobrindt im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe. Ihm ist wichtig, dass die Verantwortung nicht nur auf den Staat abgeschoben wird. Vielmehr seien es die Eltern, die eigentlich entscheiden sollten, ab wann das eigene Kind ein Smartphone oder den Zugang zu Social Media bekommt. Natürlich, Möglichkeiten zur Kontrolle und zum Begleiten gibt es – aber viele Eltern stehen dabei eben immer noch ziemlich ratlos da. „Wer glaubt, ein staatliches Verbot könnte alle Risiken einfach aus der Welt schaffen, macht es sich schlicht zu einfach“, so Dobrindt. Letztlich müsse man anerkennen: Soziale Netzwerke sind längst Teil des alltäglichen Lebens, ein Verbot greift daher möglicherweise viel zu kurz.

Dobrindt stellt klar, dass ein Verbot von Social Media für Kinder kaum praktikabel und zudem schwierig durchzusetzen sei – Eltern müssten selbst eine aktive Rolle übernehmen. Staatliche Regeln könnten die Eltern unterstützen, aber ohne deren Engagement würden sie ins Leere laufen. Nach neuesten Recherchen mehren sich gerade im Kontext digitaler Kinderrechte die Stimmen, die auf eine Kombination aus Regulierung, Aufklärung und technischer Kompetenzbildung setzen – und dies europaweit. Viele Länder experimentieren inzwischen mit Altersverifikationssystemen oder verpflichtenden Workshops für Eltern und Lehrende. Der Ruf nach mehr Schutz und Medienbildungsstärkung wird lauter, gleichzeitig warnen Fachleute vor einer pauschalen Kriminalisierung jugendlicher Internetnutzung – weshalb der Diskurs um Verantwortung zwischen Staat, Wirtschaft und Eltern stark an Fahrt aufgenommen hat.

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