Hitze in Deutschland: Der Klimaanlagenboom in den Wohnzimmern

Mit jedem Sommer steigen nicht nur die Temperaturen, sondern auch das Bedürfnis nach Abkühlung – Klimaanlagen erleben derzeit einen regelrechten Aufschwung in deutschen Haushalten.

heute 02:00 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal fragt man sich ja, wo das alles noch hinführen soll: Die Sommer werden offensichtlich immer heißer, schwüler, irgendwie unerträglicher – das spürt jeder, der in der Dachgeschosswohnung wohnt und nachts das Gefühl hat, in einer überdimensionierten Saunakabine zu schlafen. Zahlen eines Vergleichsportals zeigen jetzt, dass bereits 23 Prozent der deutschen Haushalte eine Klimaanlage besitzen – das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Doch das Interessante daran ist nicht nur der aktuelle Stand, sondern vielmehr das Tempo, mit dem der Trend Fahrt aufnimmt: Fast jeder vierte Haushalt hat die Anschaffung einer Klimaanlage ganz konkret im Kopf – vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei mageren 14 Prozent. Woher dieser Wandel? Klar, die Hitzewellen setzen uns zu. Echter Eifer für eine Installation herrscht allerdings längst nicht überall: Immer noch bleiben gut die Hälfte der Befragten bei ihrer kühlen Gelassenheit und winken ab – im wahrsten Sinne. Wer eine Klimaanlage hat, greift meist zu mobilen Geräten. Die sogenannten "Monoblöcke" – etwas klobig, aber schnell aufgestellt – sind mit 69 Prozent am häufigsten in deutschen Haushalten zu finden. Split-Anlagen, also fest installierte Modelle, holen mit 31 Prozent immerhin auf, bieten aber natürlich ein anderes Kühlpotenzial. Was das Geld angeht: Split-Anlagen sind in der Anschaffung deutlich teurer (mit allem Drum und Dran zwischen 1.000 und 2.000 Euro), verbrauchen im Betrieb aber weniger Strom (etwa 40 bis 90 Euro pro Jahr). Die mobilen Klimageräte, oft schon ab rund 200 Euro zu haben, belasten den Geldbeutel allerdings später kräftiger – beim Stromverbrauch jedenfalls (100 bis 150 Euro jährlich). Lieber schwitzen oder doch investieren? Die Entscheidung bleibt unbequem. Die aktuelle Umfrage aus dem Juli von Innofact basiert auf 1.000 Befragten zwischen 18 und 69 Jahren. Das Meinungsbild ist also relativ breit, aber vielleicht schwingt doch ein kleiner Zweifel mit: Wie viele von uns träumen noch heimlich von einer norddeutschen Brise im Hochsommer – und wie viele geben stattdessen irgendwann dem leisen Brummen des Monoblocks nach?

Der Markt für Klimaanlagen in Deutschland wächst rasant, angetrieben durch längere und intensivere Hitzewellen. Besonders auffällig ist, wie schnell die Bereitschaft zum Kauf solcher Geräte zunimmt – nicht mehr nur als Luxus, sondern zunehmend als Notwendigkeit im Alltag. Trotzdem bleibt ein erheblicher Teil der Bevölkerung skeptisch gegenüber Klimaanlagen, sei es aus Kostengründen, Umweltbedenken oder schlicht, weil man es bis hierhin eben auch ohne geschafft hat. Neuste Berichte zeigen außerdem, dass insbesondere stromsparende Modelle und nachhaltige Kälteerzeugung im Fokus der Verbraucher stehen. Diskussionen um den Stromverbrauch und mögliche Auswirkungen auf das Stromnetz werden intensiver, denn der Boom beschleunigt auch den Peak in der Energienachfrage. Zugleich steigen die Verkaufszahlen von Ventilatoren und alternativen Kühltechnologien, weil viele Verbraucher nach umweltfreundlicheren Optionen suchen. Außerdem mehren sich Initiativen und Förderprogramme auf kommunaler Ebene, die energieeffiziente Kühltechniken unterstützen, wobei sich Experten uneinig sind, ob das langfristig zu einer Entlastung oder zu neuen Problemen führen wird.

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