Führungswechsel im Bahn-Aufsichtsrat: Gatzer zieht sich zurück – Franz steht bereit

Werner Gatzer, der aktuelle Kopf des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn, will schon 2027 seinen Posten räumen. Als Nachfolger ist mit Christoph Franz ein alter Bekannter aus der Branche im Gespräch.

heute 13:58 Uhr | 4 mal gelesen

Es kommt Bewegung in die Führungsetage der Deutschen Bahn: Werner Gatzer, bisher Vorsitzender des Aufsichtsrats, hat nun überraschend angekündigt, 2027 vorzeitig auszusteigen. Das war so nicht unbedingt zu erwarten, auch wenn niemand ewig bleibt. Ein Sprecher aus dem Haus von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) bestätigte die Überlegungen gegenüber der FAZ. Richtig brisant wird es mit dem Namen des Nachfolgers: Christoph Franz. Den kennt man aus der Lufthansa – dort wirkte er bis 2014 an vorderster Front, und beim Schweizer Pharmariesen Roche saß er neun Jahre im Verwaltungsrat ganz oben. Kurioserweise ist Franz kein Unbekannter bei der Bahn selbst – vor etlichen Jahren musste er zwar im Unfrieden gehen, doch offenbar ist Gras über die Sache gewachsen. Warum Gatzer genau jetzt abgeben will, bleibt unklar; jedenfalls hält er sich offen, im Aufsichtsrat selbst danach weiterzumachen. Der Ministeriumssprecher findet anerkennende Worte für Gatzers Einsatz. Die Wahl von Franz muss übrigens ganz offiziell durch den Aufsichtsrat aus dessen Mitte erfolgen – unterliegt also formal noch einem Gremiumsvotum.

Werner Gatzer plant, bereits vor Auslaufen seiner regulären Amtszeit als Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn im Jahr 2027 den Vorsitz niederzulegen. Christoph Franz, mit Führungserfahrung aus der Luftfahrt und Pharmabranche sowie Bahn-Vergangenheit, gilt als favorisierter Nachfolgekandidat, dessen Wahl jedoch noch durch das Gremium bestätigt werden muss. Die Entscheidung wirft Fragen zu den Beweggründen des Rückzuges und zu den künftigen Herausforderungen für die Bahn auf – Franz' Rückkehr dürfte angesichts seiner Vorgeschichte bei der Bahn für Gesprächsstoff sorgen.

In aktuellen Berichten wird zudem davon gesprochen, dass der geplante Personalwechsel mitten in eine Phase auffälliger struktureller und finanzieller Krisen der Deutschen Bahn fällt. Der Aufsichtsrat steht zunehmend im Fokus, da das Unternehmen mit Verspätungen, Streiks und Investitionsbedarf kämpft. Franz' Erfahrungen in Change-Management und als Vermittler zwischen verschiedenen Interessen könnten deshalb wichtiger sein denn je.

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