Friedrich Merz reist in die Golfregion – Wirtschaft und Politik im Gepäck

CDU-Parteichef Friedrich Merz befindet sich seit Mittwochmittag auf einer Reise in den Nahen Osten. Mit Stationen in Saudi-Arabien, Katar und den VAE will er Deutschlands Beziehungen in der Region stärken.

heute 13:58 Uhr | 3 mal gelesen

Es zieht Merz in die Golfregion – offiziell, um die Bande zwischen Deutschland und den Ländern dieser sensiblen Ecke der Welt zu festigen. Mittwochabend stand ein erstes Treffen in Saudi-Arabien auf dem Programm. Am Donnerstag und Freitag folgen dann noch Visiten in Katar sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Rückkehr nach Deutschland ist für Freitagabend geplant. Pikant: Erst kurz zuvor hatte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (ebenfalls CDU) mit einer stattlichen Delegation Saudi-Arabien einen Besuch abgestattet. Sie hatte mit Energieminister Abdulaziz Bin Salman Bin Abdulaziz ein Memorandum of Understanding unterschrieben, das mehr Kooperation in Energiesachen vorsieht – sprich, Absprachen über Lieferungen und Energiepartnerschaft. Was Merz betrifft, wird auch sein Augenmerk stark auf wirtschaftlichen Themen liegen. Nebenbei – und das scheint heutzutage fast schon Standardformel – kündigt die Bundesregierung an, dass Merz auch Menschenrechte in den Gesprächen nicht ganz ausklammern will. Ganz ehrlich: Ob im goldenen Glanz der Ölstaaten tatsächlich kritische Worte fallen, bleibt offen.

Friedrich Merz besucht derzeit drei wichtige Länder auf der arabischen Halbinsel, um die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen auszubauen. Wirtschaftliche Kooperation und Energiepartnerschaften stehen klar im Fokus – insbesondere nach dem jüngsten Abkommen der CDU-Wirtschaftsministerin Reiche mit Saudi-Arabiens Energieminister über eine engere Zusammenarbeit. Ganz aktuell wird allerdings auch der wachsende Druck auf Deutschland thematisiert, Menschenrechtsfragen offensiver anzusprechen, während die Regierung nach alternativen Energiequellen sucht und außenpolitische Spannungen in der Region zunehmen. In der deutschen Presse wird betont, dass Merz' Reise vor allem vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der gestiegenen Energiepreise zu sehen ist; gleichzeitig werden Skepsis und gemischte Gefühle gegenüber engen Partnerschaften mit Staaten mit problematischen Menschenrechtssituationen geäußert. Viele Analysten unterstreichen, wie wichtig es ist, den Balanceakt zwischen wirtschaftlicher Vernunft und politischer Integrität zu meistern, besonders da das Thema Nachhaltigkeit in der Region immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zusätzlich sorgt der Export von Rüstungsgütern in diese Länder immer wieder für Kontroversen, was den politischen Hintergrund der Reise komplizierter macht.

Schlagwort aus diesem Artikel