Friedrich Merz sucht Nähe zu Handball-Nationalteam nach EM-Niederlage

Obwohl die deutschen Handballer das EM-Finale verloren haben, ließ es sich Friedrich Merz – bekanntlich CDU-Chef und Kanzler – nicht nehmen, ihnen persönlich in der Umkleide zu gratulieren. Ein ungewöhnlich nahbarer Moment eines sonst eher distanziert geltenden Politikers.

01.02.26 22:43 Uhr | 3 mal gelesen

Nach Abpfiff der Partie, die die deutsche Mannschaft gegen Dänemark verloren hatte, tauchte Friedrich Merz unerwartet in der Kabine auf. Zwischen leeren Wasserflaschen und sichtlich enttäuschten Sportlern schüttelte er Hände, klopfte Schultern und verlor ein paar wohlmeinende Worte – keine einfachen Floskeln, sondern spürbar anerkennende Sätze. Ein Gruppenfoto durfte natürlich auch nicht fehlen, fast ein bisschen wie bei einer Abschlussklasse, nur dass der Stolz diesmal gemischt war mit Frustration. Was bemerkenswert ist: Merz hatte offensichtlich mehr als nur politisches Pflichtprogramm im Sinn. Sein Umfeld betonte, wie sehr er sich für Handball begeistert. Der Spielverlauf saß ihm scheinbar noch im Nacken, als er mit Bundestrainer Gislason und den Spielern Julian Köster, Miro Schluroff und Andreas Wolff sprach. Von der Ehrentribüne – gemeinsam mit der dänischen Regierungschefin, Mette Frederiksen – war er ins Epizentrum der Emotionen gewechselt. Übrigens, Regierungssprecher Kornelius hatte bereits Tage vor dem Spiel augenzwinkernd berichtet, dass Merz zuletzt zum Handball-Besessenen mutiert sei. Wie viel davon PR ist, lässt sich kaum sagen. Aber dass der Kanzler an diesem Abend menschliche Nähe suchte, stand außer Frage.

Friedrich Merz, mittlerweile meistens im politischen Rampenlicht, hat sich nach dem deutschen Handball-EM-Finale selbst ein Bild vom Team gemacht und Mut zugesprochen – trotz Niederlage. Bilder des Treffens gingen am Sonntagabend durch die Medien, wobei auffiel, dass Merz tatsächlich individuell mit Spielern und dem Trainerstab sprach, nicht bloß freundliche Selbstinszenierung betrieb. Auch das politische Rahmenprogramm in Dänemark wurde beachtet, etwa seine Begleitung durch Regierungschefin Mette Frederiksen auf der Tribüne. Nach aktueller Recherche berichten mehrere Medien vom emotionalen Treffen und ordnen es als Zeichen sportlicher Fairness sowie als politische Geste ein. Die Süddeutsche erwähnt, dass besonders die Atmosphäre in der Kabine einzigartig war und viele Spieler überrascht von Merz' Lockerheit wirkten. Der Spiegel hebt hervor, dass Merz' Anwesenheit nicht nur sportliche, sondern auch symbolische Wirkung auf die deutsch-dänischen Beziehungen hatte. Zeit Online analysiert, dass solche Gesten für die Popularität politischer Führungskräfte gerade im Wahlkampfjahr neue Bedeutung gewinnen.

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