Im Zentrum des Streits stehen klassische Verteilungskämpfe: Auf der einen Seite Wirtschaftsvertreter – häufig mit gut gepolsterten Banker- oder Vorstandsstühlen –, auf der anderen Arbeitnehmerinteressen, vertreten durch die CDA. Zugespitzt wirft die CDA dem Wirtschaftsrat vor, in einer Art Paralleluniversum zu leben, in dem der Bezug zur Lebenswirklichkeit von Millionen abhängig Beschäftigter verloren gegangen ist. Während einige in der CDU-Führung die Vorschläge als überfällig ansehen, wächst innerparteilich der Widerstand: Sozialpolitisch sensiblere Verantwortliche warnen, dass solche Forderungen die gesellschaftliche Kluft vertiefen und den Vertrauensverlust gegenüber den Unionsparteien weiter befördern könnten. — Laut jüngsten Berichten in der "taz" äußerten auch Gewerkschaften erhebliche Bedenken gegen Pläne, Sozialleistungen zu kürzen, und warnten vor einer wachsenden Belastung für Einkommensschwächere. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" stellt fest, dass CDU-intern alte Konfliktlinien zwischen Wirtschafts- und Arbeitnehmerflügel wieder aufflammen und einen Richtungsstreit in sozialpolitischen Fragen anstoßen könnten. Die "Süddeutsche Zeitung" hebt hervor, wie diese Auseinandersetzung um das Arbeitslosengeld die Glaubwürdigkeitsfrage der CDU im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit neu befeuert.
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