EVP-Chef Weber drängt auf mehr Nähe zu Meloni: Neue Ära deutsch-italienischer Kooperation?

Manfred Weber, Sprecher der Europäischen Volkspartei, betont die Notwendigkeit, dass Deutschland und Italien in Sachen Zusammenarbeit einen Gang hochschalten sollten. Er setzt dabei vor allem auf das Tandem von Bundeskanzler Merz und Italiens Premierministerin Meloni.

21.01.26 01:03 Uhr | 355 mal gelesen

„Deutschland und Italien bilden die tragenden Säulen europäischer Zusammenarbeit – das zu leugnen, käme einem Verkennen der Realität gleich“, so Weber unverblümt im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe. Was dabei mitschwingt: Ein Wunsch nach mehr Initiative und weniger höflichem Stillstand. Am Freitag ist jedenfalls Bewegung in der Sache: Kanzler Friedrich Merz und Italiens Regierungschefin Meloni werden sich zu Regierungsgesprächen in Rom treffen – ein Moment, der so etwas wie Aufbruchsstimmung verbreiten könnte. Für Weber liegt hier eine Chance: Warum nicht dem franko-deutschen Modell nacheifern und die Beziehungen auf ein ähnlich intensives Niveau heben? Ein verbindlicher Freundschaftsvertrag, vergleichbar mit dem Aachener Vertrag, sei ein möglicher Weg. Gerade bei schwergewichtigen Themen wie Sicherheit, Handel, Migration oder wirtschaftlicher Stärke, so Weber, könne sich Europa nur verbessern, wenn Berlin und Rom mit klarer Linie zusammenstehen. Es klingt fast ein wenig trotzig: Enger Schulterschluss, statt nebeneinanderher – als hätten die beiden Länder begriffen, dass in der EU gerade niemand mehr im Alleingang weiterkommt.

Weber plädiert für eine deutliche Intensivierung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Italien, mit Verweis auf die zahllosen Herausforderungen, denen sich die EU aktuell gegenüber sieht – allen voran Migration, wirtschaftlicher Druck und Unsicherheiten in der Geopolitik. Sein Vorstoß nach einem deutsch-italienischen Freundschaftsvertrag erinnert bewusst an den symbolträchtigen Aachener Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich, der für Stabilität und enge Abstimmung steht. Neuere Berichte aus seriösen Quellen (Stand Juni 2024) zeigen, dass die Beziehungen Europas – und speziell die Rolle von Italien – durch innere und äußere Herausforderungen, wie die Lage im Mittelmeerraum, die Energiepolitik und jüngste Auseinandersetzungen um EU-Institutionen, stark auf die Probe gestellt werden. Auch die zunehmende Rolle Italiens als konservativer Kraftpol innerhalb der EU unter Meloni spaltet Gemüter, schafft aber auch Raum für neue Partnerschaften. Die Regierungskonsultationen zwischen Merz und Meloni werden vielerorts als Lackmustest für die Balance zwischen Zusammenhalt und Eigeninteresse in Europa gesehen.

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