Hoeneß schiebt SPD die Verantwortung für Regierungschaos zu

Für Uli Hoeneß trägt vor allem die SPD die Schuld daran, dass die Bundesregierung derzeit so schlecht dasteht. Der Alt-Bayern-Manager findet klare Worte – und sieht große politische Gefahren am Horizont.

heute 10:04 Uhr | 4 mal gelesen

„Leider, so ehrlich muss man sein, hat Kanzler Friedrich Merz mit der SPD einen Partner, der immer noch nicht kapiert hat, dass dies die letzte Chance für sie ist“, lässt sich Hoeneß beim 'Spiegel' zitieren. Entschiedene Worte. Die linken Kräfte in der SPD, meint er, seien viel zu sehr auf ihre Ideale fixiert und verpassten darüber, wirklich Verantwortung für das Land zu übernehmen. Hoeneß wirft besonders Lars Klingbeil, dem SPD-Co-Vorsitzenden und Vizekanzler, vor, dass er mehr internen Gegenwind bekäme als von der CDU. Und was Bärbel Bas angeht? „Die hilft nun wirklich niemandem.“ Die aktuelle Koalition, prophezeit der frühere Fußball-Manager, könnte scheitern – und dann, so seine düstere Prognose, würde die AfD am Ruder mitdrehen. Er nennt das 'die denkbar schlechteste Entwicklung'. Offen bleibt, ob Hoeneß mit dieser Schwarzmalerei den Finger in die Wunde legt oder nur den Frust eines Zuschauers wiedergibt. Vielleicht beides.

Hoeneß schiebt der SPD die Hauptverantwortung für die Regierungskrise zu und kritisiert besonders die führenden Köpfe der Partei für fehlenden Gestaltungswillen und interne Zerstrittenheit. Laut ihm riskiere die Koalition mit ihren innerparteilichen Reibereien das Erstarken der AfD. Ein spannender Punkt: In mehreren aktuellen Analysen, unter anderem bei der ZEIT und der FAZ, wird betont, dass die zunehmende politische Polarisierung in Deutschland nicht nur die Regierungsarbeit lähmt, sondern auch das Vertrauen vieler Bürger in die Demokratie selbst unterminiert. Die SPD sieht sich dabei zwischen progressiven und eher konservativen Strömungen zerrieben und hat Schwierigkeiten, innerhalb der Ampel zu punkten. Ergänzend diskutierten mehrere Leitmedien, wie CDU und SPD jeweils mit Erstarken und strategischer Abgrenzung von AfD und BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) umgehen – ein Balanceakt, der wohl für alle traditionellen Parteien zur Überlebensfrage wird.

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