Fahrlehrer warnen: Führerschein-Reform braucht Nachbesserung

Nach der Entscheidung der Bundesregierung zur Neuausrichtung der Fahrausbildung übt die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände deutliche Kritik – und fordert Nachsteuern. Vizepräsident Kurt Bartels mahnt Verkehrsminister Schnieder, endlich dem Fachwissen von Fahrlehrern und Forschenden Raum zu geben.

heute 10:53 Uhr | 5 mal gelesen

Bartels widerspricht zudem dem häufig kommunizierten Eindruck, der Erwerb des Führerscheins koste pauschal 4.000 Euro. Verlässliche Daten zeigten: 2025 hätten rund 70% der Fahrschüler*innen die Prüfungen für Theorie und Praxis zügig und meist beim ersten Versuch abgelegt; ihre Kosten blieben meist unter 3.000 Euro. Wer signifikant mehr zahle, habe in der Regel länger als zwölf Monate für die Ausbildung gebraucht – was, so Bartels, auch für die Fahrschulbranche keine zufriedenstellende Situation sei. Die viel diskutierte Laienausbildung, mit der die Ausgaben für die Fahrschüler*innen sinken sollen, hält Bartels für eine Mogelpackung: Gerade jene, die ohnehin wenig Unterstützung oder kein elterliches Auto zur Verfügung haben, würden davon kaum profitieren. Zudem betont er, dass viele Fahrschulen technisch bereits weit fortgeschritten seien – es fehle jedoch an funktionierenden Schnittstellen zwischen digitalen Fahrschulangeboten und den meist noch altmodisch aufgestellten Behörden. Das Ziel von Verkehrsminister Schnieder (CDU), die Kosten für den Führerschein spürbar zu senken, hält Bartels in der aktuell geplanten Ausführung für nicht realistisch.

Die Debatte um die Führerscheinreform sorgt weiterhin für Spannungen: Die Bundesvereinigung der Fahrlehrer kritisiert die von Verkehrsminister Schnieder geplanten Maßnahmen als wenig praxistauglich und fordert, dass endlich die Expertise von Fahrlehrern und Fachleuten einbezogen wird. Insbesondere die Idee einer Laienausbildung stoße auf Skepsis, zumal sie die Zielgruppe mit den höchsten Hürden eigentlich gar nicht erreiche. Nach aktuellen Medienberichten steht das Thema Kostensenkung zwar im Vordergrund, doch fehlen laut Fahrlehrern konkrete Umsetzungspläne etwa zur Digitalisierung und behördlichen Vernetzung. Laut einer aktuellen Analyse der Süddeutschen Zeitung greift die Entbürokratisierung der Fahrausbildung bislang zu kurz, da viele Verwaltungen nur zögerlich digitalisieren – dadurch ziehen sich Prozesse unnötig in die Länge (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Im Spiegel wird diskutiert, dass viele Jugendliche durch hohe Kosten tatsächlich abgeschreckt werden, manche Experten bezweifeln allerdings, ob neue Ausbildungskonzepte am Kernproblem wirklich etwas ändern (Quelle: Der Spiegel). Die Zeit thematisiert zudem die Sorge vieler Fahrlehrer, dass weniger intensive Ausbildung sich langfristig in mehr Unfällen niederschlagen könnte (Quelle: Die Zeit).

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