Andrij Jermak, bis vor kurzem einflussreicher Berater und Ex-Verhandlungschef der Ukraine, wird in einem Skandal außergewöhnlichen Ausmaßes mit Haft belegt. Die Ermittler werfen ihm nicht nur Geldwäsche, sondern auch seltsame Kontakte zu esoterischen Beratern vor, was in der ohnehin fragilen ukrainischen Innenpolitik zusätzlichen Sprengstoff birgt. Während er auf Kaution wartet und Berufung einlegt, ist das politische Klima im Umfeld Selenskyjs weiterhin angespannt – vor allem, weil der Westen einen entschlossenen Kampf gegen Korruption fordert. Laut aktuellen Berichten aus der Süddeutschen Zeitung und taz richten sich Antikorruptionsmaßnahmen und Ermittlungen in der Ukraine zunehmend auch gegen hochrangige Persönlichkeiten im Umfeld des Präsidentenempfangs, was die politischen Spannungen im Land verschärft und Zweifel an der Integrität der Führungsebene aufkommen lässt. Neben Jermak wurden jüngst auch andere Politiker und Geschäftsleute ins Visier genommen, während internationale Beobachter eine konsequente Strafverfolgung fordern. Die EU und die USA machen Hilfszahlungen immer häufiger von sichtbaren und nachhaltigen Reformen im Justiz- und Verwaltungsapparat abhängig, sodass Fälle wie jener um Jermak nicht nur innen-, sondern auch außenpolitisch große Wellen schlagen.