Ex-Präsidialamtschef Jermak landet in Untersuchungshaft – Gericht setzt hohe Kaution fest

Wegen des Verdachts auf Geldwäsche muss sich Andrij Jermak, enger Berater von Präsident Selenskyj, in Untersuchungshaft verantworten. Ein prominentes ukrainisches Gericht erließ diese Entscheidung – mit überraschenden Nebendetails.

14.05.26 09:24 Uhr | 43 mal gelesen

Auch ein bizarrer Aspekt fällt auf: Medien berichten, Jermak soll regelmäßig mit einer Beraterin gesprochen haben, die ihre Einflüsse aus astrologischen Quellen bezogen habe. Offenbar ließ er dies zumindest in politische Überlegungen einfließen. Das Gericht hat die Kaution mit rund 2,72 Millionen Euro ziemlich hoch angesetzt, womit er auf freien Fuß gesetzt werden könnte, sofern der Betrag hinterlegt werden kann. Jermak selbst betont, er habe das Geld nicht – nun sammeln sein Anwalt und enge Freunde für ihn. Er will gegen die Entscheidung angehen und bezeichnet die Anschuldigungen als haltlos: Laut eigener Aussage will er alle „rechtlichen Hebel“ nutzen, um seine Unschuld zu beweisen. Präsident Selenskyj, so wird ausdrücklich betont, sei bislang nicht ins Visier der Behörden geraten. Jermak war jahrelang eine der zentralen Figuren an Selenskyjs Seite, oft auch an heiklen Verhandlungstischen etwa mit US-Vertretern. Im November 2023 erfolgte sein Rücktritt, nachdem eine größere Korruptionsaffäre öffentlich geworden ist. Ehrlich gesagt frage ich mich, wie sich solche kuriosen Mischformen aus Esoterik und Politik in derart hohen Ämtern überhaupt halten können.

Andrij Jermak, bis vor kurzem einflussreicher Berater und Ex-Verhandlungschef der Ukraine, wird in einem Skandal außergewöhnlichen Ausmaßes mit Haft belegt. Die Ermittler werfen ihm nicht nur Geldwäsche, sondern auch seltsame Kontakte zu esoterischen Beratern vor, was in der ohnehin fragilen ukrainischen Innenpolitik zusätzlichen Sprengstoff birgt. Während er auf Kaution wartet und Berufung einlegt, ist das politische Klima im Umfeld Selenskyjs weiterhin angespannt – vor allem, weil der Westen einen entschlossenen Kampf gegen Korruption fordert. Laut aktuellen Berichten aus der Süddeutschen Zeitung und taz richten sich Antikorruptionsmaßnahmen und Ermittlungen in der Ukraine zunehmend auch gegen hochrangige Persönlichkeiten im Umfeld des Präsidentenempfangs, was die politischen Spannungen im Land verschärft und Zweifel an der Integrität der Führungsebene aufkommen lässt. Neben Jermak wurden jüngst auch andere Politiker und Geschäftsleute ins Visier genommen, während internationale Beobachter eine konsequente Strafverfolgung fordern. Die EU und die USA machen Hilfszahlungen immer häufiger von sichtbaren und nachhaltigen Reformen im Justiz- und Verwaltungsapparat abhängig, sodass Fälle wie jener um Jermak nicht nur innen-, sondern auch außenpolitisch große Wellen schlagen.

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