Linken-Chefin Schwerdtner: Keine Panik vor dem Parteitag

Ines Schwerdtner, Frontfrau der Linken, bleibt vor dem entscheidenden Parteitag erstaunlich ruhig.

heute 08:44 Uhr | 3 mal gelesen

Sie stellt sich dem offenen Gerangel um den Vorsitz ohne großes Zögern – das betonte sie gegenüber ntv. Im Mittelpunkt der Versammlung in Potsdam steht diesmal vor allem die personelle Erneuerung: Nach dem angekündigten Abschied von Co-Parteichef Jan van Aken ist Fraktionsvize Luigi Pantisano bereit, das Ruder zu übernehmen. Schwerdtner lobte im Interview explizit die bisherige Zusammenarbeit mit Pantisano und sagte, sie freue sich ehrlich über dessen Kandidatur. Ganz ohne Konflikt läuft es trotzdem nicht: Die Berliner Abgeordnete Katalin Gennburg plädiert für einen kompletten Neuanfang – inklusive Schwerdtners Posten. Doch die Chefin bleibt gelassen: 'Kann passieren. Konkurrenz bringt Leben in die Bude.' Neben Personalfragen flackert mal wieder der Grundsatzstreit um die Ausrichtung auf: Bloße Opposition oder Streben nach Regierung? Während früher vor allem Wagenknecht als Stichwortgeberin dieser Debatte galt, mischen sich jetzt frische Mitglieder kräftig ein. Schwerdtner bringt es auf ihre Weise auf den Punkt: 'Alle anderen wollen an die Macht, wir wollen was verändern.' Je nach Bundesland könne das mal Regierung, mal Opposition heißen – etwa in Berlin visiert die Partei das Rathaus an. Die Dauer-Diskussionen will sie offen, aber verantwortungsbewusst angehen, weil es aus ihrer Sicht gerade jetzt mehr auf solidarisches Handeln ankommt. Politisch setzt Schwerdtner klar auf das klassische soziale Profil der Linken. Sie verweist auf die eigenen Erfolge in der Mietenkampagne und sieht die Partei in einer ordentlichen Bringschuld: Angesichts schlechter Werte der Regierung wachse die Verantwortung, als wirkliches Sprachrohr Unzufriedener aufzutreten. Aufgabe sei es, mit echten Alternativen zu überzeugen – und so zu verhindern, dass Unzufriedene nach rechts abdriften.

Ines Schwerdtner zeigt sich im Vorfeld des Linken-Parteitags selbstbewusst und offen für den kollektiven Wettbewerb um die Parteiführung. Die Partei steht dabei vor einer folgenreichen personellen Neuausrichtung, bei der neben dem Abgang von Jan van Aken auch ihr eigener Posten zur Debatte steht, während Luigi Pantisano schon als Kandidat bereitsteht. Noch wichtiger dürfte aber die inhaltliche Weichenstellung werden: Die Linke ringt um ihre Rolle zwischen Opposition und Regierungsbeteiligung, wobei Schwerdtner die Verantwortung betont, durch klare Sozialpolitik gegen die Unzufriedenheit vieler Menschen anzugehen und ein progressives Gegengewicht zur politischen Konkurrenz darzustellen. In den letzten 48 Stunden berichteten verschiedene Medien noch zu folgenden Entwicklungen: Laut aktuellen Berichten ist die innerparteiliche Debatte der Linken intensiver denn je und das Verhältnis zu ihrer zurückgekehrten Basisgeneration bleibt angespannt. Zudem fordern viele Mitglieder, den Reformkurs stringenter fortzusetzen, insbesondere angesichts der Schwäche anderer progressive Kräfte. Nicht zuletzt richtet sich der Blick auf die Abstimmungsergebnisse in Potsdam, die als Richtwert für die Zukunftsfähigkeit der Linken wahrgenommen werden – erstmals wird der Generationswechsel in der Führung zum Lackmustest ihrer Erneuerungsfähigkeit.

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